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Hessen

Aujeszky-Virus im Landkreis Gießen nachgewiesen

am Freitag, 27.09.2019 - 11:34 (Jetzt kommentieren)

Bei einem erlegten Wildschwein im Landkreis Gießen wurden Antikörper gegen die Aujeszky-Krankheit nachgewiesen.

Bei einem im Landkreis Gießen erlegten Wildschwein sind Antikörper gegen die Aujeszkysche Krankheit nachgewiesen worden. Das ansteckende Virus kann viele Säugetierarten befallen. Es ist für Menschen aber ungefährlich. Das Veterinäramt des Landkreises Gießen bittet vor allem Jäger um Aufmerksamkeit.

Die Antikörper sind ein Hinweis auf eine Infizierung mit dem Virus. Sie wurden Anfang dieser Woche im Bestätigungstest bei einem über zwei Jahre alten Keiler nachgewiesen, der bereits am 28. August in einem Revier in Grünberg erlegt worden war.

Hunde, Katzen, Schweine und Rinder können sich infizieren

Die Aujeszky´sche Krankheit wird durch ein schweinespezifisches Herpesvirus hervorgerufen. Infizierte Wildschweine zeigen in der Regel keine Krankheitssymptome. Obwohl Antikörper gegen das Virus gebildet werden, verbleibt das Virus lebenslang im Tier. Unter Stress, wenn der Immunstatus stark beeinträchtigt ist, kann das Virus reaktiviert und über Sekrete ausgeschieden werden. Wird das Virus vom Schwein auf andere Tiere - etwa Hunde, Katzen oder Rinder übertragen - zeigen diese Tiere Symptome ähnlich einer Tollwut. Dies hat der Krankheit auch den Namen Pseudowut gegeben. Typische Symptome beim Hund sind Juckreiz, Wesensveränderung, keine Futteraufnahme, Erbrechen und Lähmungserscheinungen. Infizierte Hunde sterben innerhalb weniger Tage.

Deutschland seit 2003 frei von Aujeszky-Krankheit

Seit 2003 gilt die Hausschweinepopulation in Deutschland als frei von Aujeszky´scher Krankheit. Impfungen sind seither verboten. In der Wildschweinepopulation ist das Virus aber nach wie vor verbreitet. Regelmäßig werden Antikörper gegen das Virus bei Wildschweinen im Vogelsbergkreis, Main-Kinzig-Kreis und Wetteraukreis gefunden.

Die Aujeszky-Krankheit ist nur bei Hausrindern und Hausschweinen anzeigepflichtig. Wichtigste Vorkehrung ist der Schutz von Hausschweinen vor einem Kontakt mit Wildschweinen, um ein Übergreifen der Seuche zu verhindern. Dies ist insbesondere bei Auslauf- und Freilandhaltung von Schweinen zu berücksichtigen. Wichtig sind geeignete Hygienevorkehrungen.

Mit Material von Veterinäramt des Landkreises Gießen

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