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Betäubungslose Ferkelkastration

Ausländische QS-Lieferanten müssen Auflagen zur Ferkelkastation erfüllen

© agrarfoto.com
von , am
17.03.2017

Um Wettbewerbsverzerrungen zu Ungunsten der deutschen Schweinehaltung abzudämpfen, müssen auch ausländische QS-Lieferanten die Kastration unter Betäubung vornehmen.

Ab 2019 schafft Deutschland als einziges der in der Schweinehaltung führenden EU-Länder die betäubungslose Ferkelkastation zu einem festen Datum ab. Deutsche Schweinehalter und insbesondere Ferkelerzeuger sehen sich durch diese zusätzliche Auflage in ihrer Wettbewerbsfähigkeit geschwächt. Ein enormer Strukturwandel und ein deutlicher Anstieg der Ferkelimporte nach Deutschland werden befürchtet.

Deshalb hat der QS Fachbeirat Rind und Schwein die Anforderungen für QS-zertifizierte Betriebe noch einmal deutlich auch für ausländische Lieferanten formuliert.

16.500 ausländische Betriebe müssen Auflage erfüllen

Ab 2019 müssen auch die ausländischen Betriebe, die an QS teilnehmen, die QS-Anforderungen zur Ferkelkastration anwenden, um weiter das Siegel tragen zu dürfen, so QS-Geschäftsführer Dr. Hermann-Josef Nienhoff in einem Interview gegenüber dem Wochenblatt Westfalen-Lippe. Das heißt im Klartext, dass etwa 16.500 ausländische Schweinehalter ab 2019 die Ferkel ebenfalls nur mit Betäubung, Impfung oder gar nicht kastrieren dürfen. In Bezug auf die Verfahren verdeutlicht Nienhoff: Im QS-System sind alle Verfahren zur Vermeidung der betäubungslosen Kastration zulässig, die im Einklang mit dem deutschen Tierschutzgesetz stehen.

Fragen bleiben offen

Der Interessensverband Deutscher Schweinehalter (ISN) begrüßt das Vorhaben der QS. Es müsse aber genau hingesehen werden, wie dies umgesetzt wird, so die ISN. So mache die QS-Vorgabe beispielsweise nur dann Sinn, wenn auch die in den Niederlanden unter CO2-Betäubung kastrierten Ferkel nicht als QS-Ferkel anerkannt werden. Der Einsatz von CO2 bei der Kastration unter Betäubung ist sehr umstritten und in Deutschland nicht zugelassen, während das Verfahren in den Niederlanden offiziell anerkannt ist. Welche Mittel zur Betäubung eingesetzt werden dürfen, lässt QS derzeit jedoch offen.

Mit Material von ISN

Ratgeber: 10 Tipps zum Schweineimpfen

Impfstoffe sind grundsätzlich nur bei ausgeruhten und (klinisch) gesunden Tieren anzuwenden. Klinisch gesund sind Schweine dann, wenn keine Entzündungen, Durchfälle oder Husten erkennbar sind. © Grave
Man unterscheidet zwischen termin- und reproduktionsorientierter Impfung. Hierbei müssen die jeweiligen Anwendungszeitpunkte beachtet werden. Während bei der terminorientierten Impfung in regelmäßigen Intervallen geimpft wird, ist die reproduktionsorientierte Impfung abhängig vom Trächtigkeitsdatum oder der Säugezeit. © Grave
Ideal für Ferkel sind Impfstoffe, die als Kombination oder zumindest zeitgleich verabreicht werden können. Das Mischen von Impfstoffen muss hygienisch sauber erfolgen und darf nur mit hierfür zugelassenen Stoffen geschehen. © Mühlhausen/landpixel
Bei der Lagerung des Impfstoffs sollte die  Kühlkette nicht unterbrochen werden. Ebenso darf der Impfstoff nicht gefrieren. Lagern Sie diesen in einem Kühlschrank bei zwei bis acht Grad Celsius. Nehmen Sie den Impfstoff rechtzeitig vor dem Behandeln aus dem Kühlschrank. Zur Verabreichung sollte der Impfstoff mindestens auf Raumtemperatur gebracht werden. © Bräunig
Es empfiehlt sich, den Impfstoff nie senkrecht auf den Dorn aufzusetzen, sondern den Gummistopfen immer etwas schräg anzustechen. So verhindern Sie zuverlässig das Ausstanzen von Gummipartikeln, die in den Spritzenmechanismus und den Impfstoff gelangen können. © Fotolia
 Der Landwirt sollte die Ferkel hinter dem Ohr, etwa im Winkel von 90 Grad, direkt am Übergang von der leicht behaarten zur unbehaarten Haut impfen. © Archiv
Wenn Sie sich für ein nadelloses Impfen entscheiden, können Sie zwischen mehreren Impforten wählen. Beim Ferkel empfehlen sich als Applikationsort der Ohrgrund sowie der Rücken entlang der langen Rückenmuskulatur. Auch im Bereich des Schinkens ist - im Gegensatz zur Impfung mit Nadeln - ein Impfen möglich. Bei Jung- und Altsauen sollten Sie die so genannte Perianalregion, also den Bereich unterhalb der Schwanzwurzel seitlich der Vulva wählen. © Bräunig
Nach jedem Gebrauch sind die Spritzen zu reinigen und zu desinfizieren. Am besten zerlegen Sie die Spritze in ihre Einzelteile und spülen diese außen wie innen gründlich mit heißem Wasser und einer milden Seifenlauge ab. Einige Metall- und Kunststoffspritzen lassen sich auskochen. Dieser Vorgang verspricht eine gute Desinfektion. Auch hierbei wird die Spritze auseinandergenommen und in einem Topf mindestens 20 Minuten gekocht. © Werkbild
Für einige Kunststoffspritzen eignet sich eine Dampfdesinfektion in der Mikrowelle. Dazu füllen Sie den Zylinder der gereinigten Spritze mit etwas Wasser. Wickeln Sie alle Einzelteile in zwei bis drei Lagen Küchenpapier. Nun wird die Spritze in einen sauberen und stabilen Plastikbeutel gelegt und das Küchenpapier mit Wasser gut befeuchtet. Den offenen Plastikbeutel geben Sie mitsamt Inhalt in die Mikrowelle, die Sie für etwa fünf Minuten auf höchster Stufe einschalten. Nachdem die Spritze abgekühlt ist, können Sie diese trocken und lagern. © Bräunig
Nachdem die Einzelteile der Spritzen gereinigt und desinfiziert sind, lässt sich die Spritze gut in einem gebügelten Handtuch aufbewahren. Durch das Bügeln wird das Handtuch keimarm. Ebenso bleibt sie in einem verschließbaren Plastikbeutel oder Gefäß trocken und sauber. © Werkbild
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