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Aus der Wirtschaft

BaWü: 600 Betriebsaufgaben in sechs Monaten

von , am
21.03.2013

Eschental - In Baden-Württemberg "steht es ernst um die Schweinehaltung". Zu diesem Schluss kam Ulrich Wahl, VdAW-Vorsitzender bei der Mitgliederversammlung.

Den Ferkelerzeugern macht vor allem die Umstellung auf Gruppenhaltung zu schaffen. © landpixel
Die Schweinehalter in Baden-Württemberg, insbesondere die Ferkelerzeuger, stehen weiter unter starkem wirtschaftlichem Druck. Das spiegelt sich auch in der Zahl der Betriebsaufgaben wider. Neben den eigenen Problemen kommen belasten Skandale die Fleischbranche zusätzlich, beklagte Ulrich Wahl, Vorsitzender der Erzeugergemeinschaft des Verbandes der Agrargewerblichen Wirtschaft (VdAW) für Qualitätsferkel auf der Mitgliederversammlung.

Ferkelerzeuger und Mäster unter Druck

Als größte Herausforderung für die Ferkelerzeuger in den letzten Monaten nannte Wahl jedoch die Umstellung auf die Gruppenhaltung tragender Sauen. Diese habe sich auch deshalb schwierig gestaltet, weil eindeutige Auslegungshinweise zur EU-Verordnung von staatlicher Seite auf sich hätten warten lassen. "Es steht ernst um die Schweinehaltung", resümierte der Vorsitzende der VdAW-Erzeugergemeinschaft für Qualitätsferkel.
Eine gewinnbringende Produktion sei vor allem in der Ferkelproduktion nicht mehr möglich, weshalb viele Betriebe zum Jahreswechsel aufgegeben hätten. Aber auch die Mäster stünden unter Druck. Mit gesunkenem Schlachtschweinepreis und hohen Futterkosten habe sich auch in dieser Sparte die Wirtschaftlichkeit in den vergangenen Wochen kontinuierlich verschlechtert.

600 Betriebsaufgaben im letzten Halbjahr

Armin Walter vom Ferkelhandelsbetrieb Eckert wies darauf hin, dass die Zahl der schweinehaltenden Betriebe drastisch gesunken sei. In Deutschland habe sich die Zahl innerhalb der vergangenen zehn Jahre halbiert. Und die dahingehende Tendenz sei steigend, berichtete Walter. Allein in Baden-Württemberg hätten in den letzten sechs Monaten rund 600 Betriebe aufgegeben.

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