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Zucht

Bayern führt neues Verfahren zur Anomalienprüfung ein

© landpixel
von , am
09.09.2013

In Bayern wird ein neues System zur Anomalien­prüfung der Besamungseber eingeführt. Es hat Einfluß auf die Datenerfassung, die Zuchtwertschätzung und die wirtschaftliche Gewichtung von Missbildungen.

Der neue Anomalienwert soll helfen wirtschaftliche Schäden durch Missbildungen zu verringern. © Mühlhausen/landpixel
Für alle Besamungseber wird ein Anomalienwert berechnet, mit dessen Hilfe die Vererbung der Eber für Missbildungen wesentlich genauer eingeschätzt werden kann als dies in der Vergangenheit möglich war.
 
Ferkelerzeuger haben damit die Möglichkeit, deren Auftreten auf züchterischem Wege zu reduzieren, meldet die Landesanstalt für Landwirtschaft Bayern (LfL). Den Ferkelerzeugern entstünden durch Anomalien, wie zum Beispiel Afterlosigkeit und Hodenbruch, enorme wirtschaftliche Schäden, denn sie können die Vermarktungsmöglichkeiten für Ferkel einschränken oder sogar Totalverluste verursachen. Einige Missbildungen seien auch tierwohlrelevant, da sie mit Schmerzen für das Tier verbunden seien.

Künftig werden bei allen Würfen die Anomalien erfasst

Bisher war in Bayern die Erfassung in den Betrieben der begrenzende Faktor. Im neuen System werde bei allen Würfen von jungen Besamungsebern in den Sauenplanern der Betriebe vermerkt, ob und, falls ja, welche Anomalien beobachtet wurden. Hierbei unterstützten das LKV Bayern und die Ringassistenten der Fleischerzeugerringe. Auf diese Weise werde eine viel größere Datengrundlage für die Zuchtwertschätzung geschaffen. Die resultierenden Zuchtwerte für die einzelnen Missbildungen werden dann, unter Berücksichtigung der wirtschaftlichen Folgen, zum "Anomalienwert" kombiniert. Die wirtschaftlichen Gewichte errechnen sich aus deren Häufigkeit sowie aus den wirtschaftlichen Schäden, die sie verursachen. Aus der Abbildung geht hervor, dass das Hauptaugenmerk auf "Nicht auffindbare Hoden" und "Hodenbruch" liegt.

Anomalienwert beeinflußt Vergabe eines Qualitätssiegels für Besamungseber

Der Anomalienwert sei zugleich eines der Kriterien, die vom Institut für Tierzucht der LfL für die Vergabe eines Qualitätssiegels für Besamungseber herangezogen werde. Dieses innovative Züchtungsverfahren zeige eindrucksvoll, wie die flächendeckende Leistungsprüfung durch das LKV Bayern in Kombination mit modernen statistischen Verfahren des Instituts für Tierzucht der Bayerischen Landesanstalt für Landwirtschaft (LfL) genutzt werde, um die bayerischen Schweineproduzenten zu unterstützen und um die Position der bayerischen Schweinezucht im regionalen und überregionalen Wettbewerb zu stärken.
 
Einen ausführlichen Bericht darüber hat die LfL Bayern im Internet bereit gestellt: http://www.lfl.bayern.de/itz/schwein/049905/index.php sowie weitere Informationen zur Tierzucht unter http://www.lfl.bayern.de/itz/index.php
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