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Zucht

Bayern: Genomischer Zuchtwert gegen Ebergeruch

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von , am
26.07.2013

München - Ab 2019 ist die betäubungslose Ferkelkastration verboten. Damit könnte die Ebermast an Bedeutung gewinnen. Das Problem: Die so genannten "Stinker". Ein Forschungsprojekt soll helfen.

Die AMPs ersetzen derzeit unvollständig die Antibiotika bei der Flüssigkonservierung von Ebersperma. © Mühlhausen/landpixel
Gut zwei Millionen Masteber sind im vergangenen Jahr geschlachtet worden. Die LfL (bayerische Landesanstalt für Landwirtschaft) rechnet damit, dass die Ebermast künftig an Bedeutung gewinnen wird. Hintergrund ist die Novelle des Tierschutzgesetzes, in der ab 2019 ein Verbot der betäubungslosen Ferkelkastration vorgesehen ist.
 
Für den sogenannten Ebergeruch sind maßgeblich drei Substanzen verantwortlich: Androstenon, Skatol und Indol. Die Messung dieser Substanzen ist jedoch zeitaufwändig und teuer. Mit Hilfe der genomischen Selektion kann die genetische Veranlagung von Tieren ohne direkte Messung der Merkmale erkannt werden. Dies hat sich die bayerische Schweinezucht im Projekt "Geruchsoptimierung durch Genomische Selektion (GOGS)" zu Nutze gemacht.

Langfristig die Veranlagung für Ebergeruch mindern

Mit der neu entwickelten Technologie ist es zum einen möglich, Besamungseber mit einer niedrigen Veranlagung für geruchsauffällige Nachkommen anhand eines Gentests zu bestimmen. Zum anderen ermöglicht sie aber auch, dass langfristig die Veranlagung für Ebergeruch durch Selektion allgemein vermindert wird, ohne dass hohe Kosten für die Bestimmung der geruchswirksamen Substanzen anfallen, berichtet die LfL.

Schätzformel entwickelt

Die Forscher haben eine genomische Schätzformel gegen Ebergeruch entwickelt. Dafür wurden an den Leistungsprüfungsanstalten für Schweine in Grub und Schwarzenau knapp 500 männliche Nachkommen bayerischer Besamungseber gemästet. Nach der Schlachtung hat man Proben aus dem Nackenspeck dieser Eber entnommen und deren Gehalte an Androstenon, Skatol und Indol festgestellt. Gleichzeitig wurden diese Prüftiere mit dem derzeit besten verfügbaren Gen-Chip genotypisiert, so dass eine genomische Schätzformel für die Leitmerkmale des Ebergeruchs entwickelt werden konnte.
 
Die für die Geruchsstoffe geschätzten Erblichkeitsgrade lagen mit 0,47 bis 0,60 in einem hohen bis sehr hohen Bereich. Die Genauigkeiten der genomischen Zuchtwerte für Androstenon, Skatol und Indol bewegen sich zwischen 50 und 54 Prozent.

Ebermast als sinnvolle Alternative (August 2012)

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