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Schweinefütterung

Beifütterung bei Ferkeln: Diese Lösungen gibt es

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am Dienstag, 06.04.2021 - 05:00 (Jetzt kommentieren)

Mit einer automatischen Beifütterung lassen sich große Saugferkelwürfe optimal versorgen. So geht‘s.

Die Wurfgrößen sind in den letzten zehn Jahren kontinuierlich gestiegen, je nach Sauenherkunft um drei bis vier geborene Ferkel pro Wurf. Um alle optimal zu versorgen, füttern viele Sauenhalter Ferkelmilch, später auch Prestarter zu.
Lange Zeit sah – und sieht – man deshalb Landwirte und ihre Mitarbeiter mit Gießkannen durch den Stall laufen, um Milch oder einen flüssigen Prestarter zuzufüttern.

Ferkel automatisiert beifüttern

Es hat sich jedoch einiges getan. Viele Firmen bieten heute Systeme zur automatisierten Beifütterung der Saugferkel an. Die Vorteile liegen auf der Hand:

  • Die Arbeit im Stall wird leichter und kostet weniger Zeit.
  • Die Ferkelverluste sinken und die Würfe sind gesünder und homogener.
  • Sauen werden weniger stark abgesäugt und verlieren weniger Gewicht, was sich positiv auf ihre Fruchtbarkeit im folgenden Zyklus auswirkt.
  • Ferkelerzeuger verzichten dank der Beifütterung auch ganz oder teilweise auf Ammensauen und den Wurfausgleich – ein weiterer Pluspunkt für die Hygiene und Tiergesundheit.
  • Zudem verkürzen sich die Zwischenwurfzeiten bei den Sauen und die Aufzuchtzeit der Ferkel im Flatdeck.

Ähnliche funktionsweise der Beifütterung

Sauenhalter können zwischen verschiedenen Systemen am Markt wählen. Im Grunde arbeiten sie alle ähnlich: In einer Schale oder Tasse (Cup) in der Abferkelbucht kann man den Ferkeln Milch (Milchaustauscher), Smoothies oder andere flüssige bis breiige Prestarter anbieten.
In der Regel ist der Sauenhalter an keine bestimmten Futtermittel oder deren Hersteller gebunden. Der Landwirt kann sowohl Milchaustauscher also auch Zukaufgemische oder Eigenmischungen verwenden.
Am gängigsten sind inzwischen Systeme mit Ferkelschalen in der Buchtentrennwand. Sie versorgen direkt zwei Würfe in benachbarten Abferkelbuchten. Das spart Kosten beim Einbau und ist ökonomischer und hygienischer im Betrieb: Weniger Schalen bedeuten weniger Reste.

Systeme zur Beifütterung wachsen mit Ferkel mit

Außerdem arbeiten einige Hersteller mit austauschbaren Trögen. Das Alter der Ferkel bestimmt die Schalengröße. Der normale Trog wird zur reinen Beifütterung genutzt. Nach dem Absetzen lassen sich die Trogschale durch einen größeren Futtertrog aus Edelstahl ersetzen.
Egal ob Cups, Tassen, Schalen oder Tröge: Es darf weder Milch oder Futterbrei überlaufen, noch darf etwas aus den Schalen zurück in die Zufuhrleitung gelangen. Dazu regelt bei den meisten Systemen ein Sensor den Füllstand. Er ist idealerweise möglichst dicht über dem Boden des Trogs angebracht. So wird nur neues Futter ausdosiert, wenn der Trog leer ist, also Bedarf besteht.

Milchaustauscher und Prestarter für Ferkel

Die meisten Systeme dosieren sowohl Milchaustauscher als auch Prestarter aus. Wird der Milchaustauscher mit zunehmendem Alter der Ferkel mit flüssigem Prestarter verschnitten, ergeben sich weitere Vorteile. Die Ferkel sind beim Absetzen bereits an dieses Zusatzfutter gewöhnt. Das Leistungstief im Flatdeck kann so abgefangen werden.
Deshalb ist es wichtig, dass die Anlagen auch mit einem höheren Trockensubstanz (TS)-Gehalt zurechtkommen. Üblich sind etwa 20 bis 22 Prozent, einige kommen auch je nach Art des Prestarters mit bis zu 30 Prozent TS-Gehalt zurecht.

Hygiene hat Priorität

Ein wichtiges Thema ist die Hygiene. Die Anlagen verfügen in der Regel über automatisierte Reinigungsprogramme. So muss kein Futter mehr händisch entnommen oder der Trog von Hand gesäubert werden.
Ein weiterer Pluspunkt ist, dass die meisten Anlagen sämtliche Komponenten im Mischtank vollautomatisch und temperaturgeregelt anmischen. So können auch kleine Mengen aufbereitet werden und es wird nur dann Futter nachbereitet, wenn es auch benötigt wird. ●

Für Ferkel nur das beste Futter

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