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Ratgeber

Bestes Futter – für Sau und Ferkel

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am Montag, 01.02.2021 - 05:00 (Jetzt kommentieren)

Sauen zu füttern, erfordert viel Fingerspitzengefühl. Ziel ist nicht nur die ideale Körperkondition der Sau. Vielmehr soll sie zusätzlich ihre Ferkel so versorgen, dass diese gut wachsen und auf ihr späteres Leben vorbereitet sind. Folgende sechs Grundsätze können dabei helfen.

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Sauen zu füttern, ist eine komplexe Aufgabe: Die Sau soll ausreichend Energie aufnehmen, aber nicht verfetten. Sie soll genügend Kolostrum und Milch für ihre Ferkel erzeugen, aber nicht abmagern.

Ziel ist eine Sau, die sich wohlfühlt und über den gesamten Reproduktionszeitraum beziehungweise ihr ganzes Leben lang eine ideale Körperkondition behält. Besondere Aufmerksamkeit sollte dabei der Trächtigkeit und der Säugephase gewidmet werden, denn in dieser Zeit muss die Sau neben sich auch die wachsenden Föten beziehungsweise ihre Ferkel versorgen.

Mit folgenden sechs Grundsätzen für die Sauenfütterung sind Sie auf dem richtigen Weg.

Die richtigen Nährstoffe

Die optimale Nährstoffverfügbarkeit während der Tragezeit wirkt sich stark auf die Entwicklung der ungeborenen Ferkel aus. Deshalb ist die Ergänzung des Tragefutters mit bestimmten Nährstoffen wichtig.

Zum Beispiel wirken sich die Aminosäuren L-Arginin und L-Carnitin sowie Betain, Vitamin B und Zink laut zahlreicher Studien positiv auf die Wurfgröße und die Geburtsgewichte aus.

MMA-Komplex vermeiden

Schlüssel ist und bleibt die Darmgesundheit, um beispielsweise dem MMA-Komplex (Mastitis-Metritis-Agalaktie) erfolgreich entgegenzuwirken. Hilfreich sind hier die passenden Rohfasern im richtigen Verhältnis.

Fermentierbare Faserfraktionen fördern aufgrund ihrer hohen Wasserbindungskapazität den Sättigungseffekt und das Kotabsatzverhalten der Sauen.

Sauen mit Fasern füttern

Schweinehalter sollten auf einen ausgewogenen Mix aus löslichen und unlöslichen Fasern setzen. Zu den empfohlenen rohfaserreichen Einzelfuttermitteln zählen beispielsweise Weizenkleie, Melasseschnitzel oder Apfeltrester.

Dank ihrer Schmackhaftigkeit fressen Sauen sie gerne. Diese löslichen Fasern erhöhen die Speichelbildung und senken so den pH-Wert im Magen. Das saure Milieu ist eine gute Barriere für unerwünschte Mikroorganismen wie Salmonellen und E. coli sowie deren Wachstum.

Gutes Kolostrum für die Ferkel

Sauenhalter müssen die Ration so gestalten, dass die Sauen zwar satt und zufrieden sind, gleichzeitig aber ausreichend Energie und Nährstoffe aufnehmen, um möglichst viel Milch und Kolostrum für ihre Ferkel zu erzeugen. Das ist eine Herausforderung, da der genetische Fortschritt zu einer erhöhten Fruchtbarkeit mit mehr Ferkeln geführt hat.

Dieser Herausforderung können Schweinehalter unter anderem mit der Fütterung begegnen. Zum Beispiel mit der Gabe von eingekapselten mittel- und kurzkettigen Fettsäuren in der Trächtigkeitsration. Das verringert die Sterberate der Ferkel. Zudem hatten die Tiere ein höheres Absetzgewicht.

Füttern bis zum Schluss

Nicht nur, was gefüttert wird, ist wichtig, sondern auch das wie. Damit befassten sich dänische Forscher der Universität Aarhus im Projekt „Born2Live“. Sie entwickeln zusammen mit der Futtermittelindustrie neue Strategien für die Sauenfütterung rund um die Geburt.

Ihnen fiel auf, dass einige Sauen sehr schnell abferkelten und andere nicht. Die Forscher fanden heraus, dass mehr Ferkel die Geburt und die Zeit danach überlebten, wenn ihre Mütter bis kurz vor dem Abferkeln fressen konnten. Die richtige Fütterungsstrategie führte zu schnelleren beziehungsweise kürzeren Geburten, sodass die Überlebenschancen der neugeborenen Ferkel stiegen.

Blutzuckerspiegel bei Sauen hoch halten

Entscheidender Faktor dabei ist laut der Forscher der Blutzuckerspiegel der Sauen. Die Tiere dürften während der Geburt nicht in ein Energieloch fallen. So stellte man fest, dass bei Sauen, die innerhalb der letzten drei Stunden vor Beginn der Abferkelung gefüttert wurden, das Abferkeln weniger als vier Stunden dauerte.

Waren mehr als drei Stunden vergangen, verlängerte sich die Geburt und die Zahl der totgeborenen Ferkel nahm mit zunehmender Zeit zwischen der letzten Fütterung und dem Beginn der Abferkelung zu.

Sie kamen zu dem Schluss, dass Sauen vor allem Glukose als Energiequelle nutzen. Liegt die letzte Mahlzeit mehr als drei Stunden vor Beginn der Geburt, geht der Sau die Glukose, also die Energie aus – die Geburt dauert länger. Deshalb propagieren die Forscher, die Sauen in Richtung Abferkelung regelmäßig und in kleinen Rationen zu füttern, um den Blutzuckerspiegel konstant hoch zu halten.

Außerdem kamen auch die dänischen Forscher zu dem Schluss, dass mit einer rohfaserreichen Fütterung und der daraus resultierenden längeren Energiefreisetzung im Darm die Totgeburtenrate gesenkt werden kann.

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