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Bio-Betrug: Das sind die Fakten

© Mühlhausen/landpixel
von , am
02.06.2015

So wie es aussieht gibt es einen neuen Skandal. In Mecklenburg-Vorpommern sollen ein Landwirt und sein Sohn konventionelle Schweine als Bioschweine verkauft haben. Entdeckt wurde der Betrug bereits 2013.

In Mecklenburg-Vorpommerm sollen konventionelle Mastschweine als Bioschweine verkauft worden sein. © Mühlhausen/landpixel
Aktuell wird in einigen Medien über ein laufendes Verfahren gegen ein landwirtschaftliches Unternehmen aus dem Landkreis Vorpommern-Greifswald berichtet. Es besteht der Verdacht, dass vorsätzlich falsch deklariertes bio-Fleisch in den Warenverkehr gelangt ist.
 
"Natürlich ist jeder Fall des Betruges gerade im ökologischen Landbau ein Schlag ins Kontor der gesamten Branche. Das darf nicht geduldet werden, das ist Betrug an der Landwirtschaft und am Kunden. Zum Glück hat die Überwachung sehr gut funktioniert und die verschiedenen Glieder haben gut ineinander gegriffen. Ich hoffe, dass die Staatsanwaltschaft nun zügig ihre Ermittlungen abschließt", so Dr. Till Backhaus, Minister für Landwirtschaft, Umwelt und Verbraucherschutz.

Hintergrund:

Am 29. November 2013 informierte der Fachverein für Öko-Kontrolle (FÖK) das Landesamt für Landwirtschaft, Lebensmittelsicherheit und Fischerei (LALLF), dass ein Bio-Betrieb über einen längeren Zeitraum schlachtreife, konventionelle Mastschweine zugekauft und diese als biologisch/ökologisch erzeugte Schweine an Schlachthöfe abgegeben hat. Das LALLF ermittelte zu diesem Vorwurf unter Einbeziehung des FÖK  und des Veterinär- und Lebensmittelüberwachungsamtes Vorpommern-Greifswald. Da die Ermittlungen den Anfangsverdacht erhärteten, wurde durch das LALLF am 12. Dezember 2013 Strafanzeige bei der Staatsanwaltschaft Stralsund erstattet, die daraufhin eigene Ermittlungen eingeleitet hat. Zum laufenden Verfahren können keine Aussagen gegeben werden.

Vermarktung wurde bereits 2014 gestoppt

Um eine weitere Vermarktung von Schweinen durch den betroffenen Betrieb zu stoppen, wurde durch das LALLF noch im Dezember 2013 ein bis zum 31. März 2014 befristetes Vermarktungsverbot für ökologische/biologische Erzeugnisse verfügt. Der Schweinebestand wurde zum 01. April 2014 aus dem ökologisch/biologisch bewirtschafteten Betrieb ausgegliedert und an einen konventionellen Betrieb abgegeben.

In Bildern: 10 Tipps zur Minimierung der Ferkelverluste

Tipp 1: Um Verluste zu verringern, Sie sollen auf die Zeit zwischen den Geburten einzelner Ferkeln achten. Das beträgt in der Regel maximal 15 Minuten. Tot geborene Ferkel kommen erst nach 45 bis 60 Minuten. © Bräunig/Grave
Tipp 2: Sie könnnen den Anteil an erdrückten Ferkeln während des Geburtes senken, wenn Sie den Sauen bereits vor der Geburt Nestbaumaterial anbieten. Hier haben sich Jutesäcke bewährt. © Bräunig/Grave
Tipp 3: Beim "Grätschens" hilft es, wenn Sie die Hinterbeine des Ferkels zusammenbinden. Für eine verbesserte Bodengriffigkeit können Sie Trockenpulver oder eine Matte verwenden. © Bräunig/Grave
Tipp 4: Stellen Sie eine optimale Temperatur von 32 bis 35 C° im Ferkelnest sicher. Tipp 5: Dämen Sie das Licht im Ferkelnest. Zu viel und zu starkes Licht wirkt immunschwächend. Neugeborene ziehen das Halbdunkel vor - daher sind Rotlichtlampen zu empfehlen. © Bräunig/Grave
Tipp 6: Geben Sie den Ferkeln möglichst schnell Kolostrum. Die Reserven von Ferkeln reichen höchstens für einen Tag. Das Ferkel muss möglichst schnell Kolostrum aufnehmen, um die Energie aus der Milch in Wärme umzusetzen. © Bräunig/Grave
Tipp 7: Die Sau bildet nur eine bestimmte Menge Biestmilch mit lebensnotwendigen Abwehrstoffen. Damit jedes Ferkel seinen Teil bekommt (mindestens 250 g pro Ferkel), können Sie die erstgeborenen Ferkel markieren und diese, nachdem sie schon getrunken haben, hinter eine Trennwand setzen, um auch die zuletzt Geborenen trinken zu lassen. © Bräunig/Grave
Tipp 8: Beim (Tot-)beißen geben Sie den Sauen kein Oxytocin, dafür eventuell ein Beruhigungsmittel. Ferkel von Jungsauen sind anfälliger als die von Altsauen für Infektionen, weil das Abwehrsystem ihrer Mütter noch nicht voll entwickelt ist. © Bräunig/Grave
Tipp 9: Beim Kastrieren sollen Sie es mit einem waagerechten Schnitt versuchen anstelle von zwei senkrechten. So verursachen Sie statt zwei Wunden nur eine. © Bräunig/Grave
Tipp 10: Der beste Zeitpunkt zum Verabreichen von Eisen ist der dritte Lebenstag. Geben Sie keines bei Infektionen der Ferkel mit Clostridien und bei E.-coli-Durchfällen. © Bräunig/Grave
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