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Ökologische Schweinehaltung

Mit Bio-Schweinen erfolgreich am Markt

Die Biobrüder Heimann, das sind Elmar und Christoph. Sie sind mit Schweinen groß geworden und wollten wieder mit ihnen arbeiten. Dank der Bio-Schweinehaltung ist es ihnen gelungen, erfolgreich am Markt zu sein.

am Freitag, 23.12.2022 - 05:00 (Jetzt kommentieren)

Morgens um kurz nach 10 Uhr im Wartestall: Die meisten Sauen liegen noch gemütlich im tiefen Stroh. Andere bewegen sich gemächlich nach draußen ans Fressgitter. Sie hoffen auf eine frische Portion Kleegras. Etwas Unruhe entsteht an der Abruffütterungsstation. „Da will wieder eine Sau zeigen, dass sie der Boss ist. Wir haben aber zum Glück so viel Platz, dass es selten zu einer ernsthaften Keilerei kommt“, sagt Bio-Schweinehalter Christoph Heimann.

Der 38-jährige Landwirt ist der Jüngere der Biobrüder Heimann. Er kümmert sich um die Sauenhaltung mit 250 Sauen und Ferkelaufzucht am Standort in Recklinghausen. Sein viereinhalb Jahre älterer Bruder Elmar wohnt mit seiner Familie auf dem zweiten Standort in Waltrop und ist für den Ackerbau und die Bio-Biogasanlage verantwortlich.

Betriebserweiterung erster Schritt zu Bio-Schweinen

Den Hof in Waltrop hat ihr Vater von seinem Onkel geerbt. Ihr Vater hat bereits Schweine gehalten und jahrzehntelang Jungsauen vermehrt. 2010 entschied sich die Familie, auf dem Hof in Waltrop die Biogasanlage zu bauen. „So konnte ich zu Hause wieder mit einsteigen.“

Christoph Heimann stellte aber fest, dass in den Altgebäuden zu viel Arbeit anfiel. Gemeinsam entschied die Familie deshalb 2014, die Sauenhaltung einzustellen und zunächst nur die Mast fortzuführen. In die Pachtställe hätte aber investiert werden müssen und so stiegen sie schließlich ganz aus der Schweinehaltung aus.

Von Planlos zu Planbar

Gleichzeitig begann man Pläne zu schmieden, wie es weitergehen könnte. „Wir hatten und haben Spaß an den Schweinen.“ Den Landwirten fehlte aber der Dreh, wie das konventionell gehen könnte. Die stadtnahe Lage erlaubte kein Größenwachstum.

Über befreundete Landwirte wuchs langsam die Idee, Schweine ökologisch zu halten. „Wir dachten lange nicht im Traum daran, dass Bio-Schweine mit unserer Biogasanlage zusammen funktionieren könnte.“ Den Biobrüder Heimann war von vornherein klar, dass der Umstieg eine gute Planung voraussetzte.

Dank ihrer guten Mitarbeiter konnten sie sich etwas aus dem Betrieb rausziehen und sich bewusst Zeit nehmen, um sich Biohaltung in den unterschiedlichsten Ländern anzusehen. Mit der Zeit stellte sich dann heraus, dass die Biogasanlage – umgestellt zur Bio-Biogasanlage – perfekt in ihr Konzept passte.

Markt für Bio-Schweine vorher abgecheckt

Nachdem das geklärt war, fragten die Brüder sich, was der Bio-Schweinemarkt macht, wo die Zukunft liegen könnte. „Wir wollten schließlich weiterhin drei Familien ernähren und noch wenigstens 30 Jahre im Vollerwerb bleiben.“

Es kristallisierte sich heraus, dass Ferkel knapp waren. „Die Ferkelaufzucht im Biobereich ist eine Herausforderung. Das hat mich angespornt. Wenn, dann wollte ich was machen, was nicht jeder kann oder macht“, berichtet Christoph Heimann.

Markt(krise) und Zukunft in der Schweinehaltung

„Wir haben uns bewusst vier feste Abnehmer für unsere Ferkel gesucht, die alle in andere Wege beziehungsweise Programme verkaufen. So versuchen wir, das Risiko zu streuen.“ Außerdem verhandeln die Brüder mit allen Abnehmern Ferkelpreise, die sich an den Mastschweinepreisen orientieren. Nur dann sei es fair.

Natürlich gehen die Krisen auch an den Biobrüdern nicht spurlos vorbei. Christoph Heimann sagt: „Wir kämpfen mit sehr viel höheren Energie- und Futterkosten. Für mich geht deshalb kein Weg an einer Preissteigerung vorbei. Bevor wir nicht mehr kostendeckend erzeugen können, fahren wir die Produktion runter.“ Zum Glück sehe sein Bruder Elmar das genauso.

Für die Zukunft sehen sich die Biobrüder Heimann gut aufgestellt. „Wenn wir gute Leute im Stall haben, soll sich künftig ein Mitarbeiter um die Direktvermarktung kümmern und sie ausbauen.“ Ziel sei nicht unbedingt, hier ab Hof mehr zu vermarkten, sondern dann direkt in die Läden zu gehen.

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