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Bioschweine: Hohe Verluste durch Wurmbefall

Mastschweine auf Stroh
am Donnerstag, 30.04.2020 - 05:00 (Jetzt kommentieren)

In einem Biobetrieb kam es zu hohen Verlusten in der Mast, einhergehend mit Durchfällen. Ursache war ein Befall mit Würmern.

Es war kein schönes Bild, das sich den Veterinären am Tag des Bestandsbesuchs in einem Biomastbetrieb bot: Viele Tiere zeigten sich in einem jämmerlichen Zustand, waren abgemagert und hatten Durchfall. Die Verlustrate bei den auf Stroh gehaltenen Mastschweinen war mittlerweile auf rund 10 Prozent gestiegen.

Diagnose: Befall der Tiere mit Würmern und Leptospiren

Im Rahmen der Diagnostik wurden drei der verendeten Schweine zur Sektion in das zuständige Landeslabor gebracht. Hier gelang in einem der Tiere ein Nachweis von Leptospiren, was den Fall letztlich publik machte. Denn bei der Infektion mit Leptospiren handelt es sich um eine meldepflichtige Tierkrankheit, die an das zuständige Veterinäramt gemeldet wurde.

Daraufhin nahm das Veterinäramt Kontakt zum  Schweinegesundheitsdienst auf mit der Bitte, die Sektionsbefunde zu bewerten. Bei der Sichtung der Befunde war auffällig, dass bei allen drei Tieren, die ein Gewicht zwischen 29 und 40 kg hatten, ein mittel- bis hochgradiger Endoparasitenbefall nachgewiesen wurde. Neben Spulwürmern wurden auch Peitschenwürmer in hoher Konzentration gefunden.

Entwurmung der Mastschweine verbesserte die Situation

Zu Beginn der Erkrankungswelle wurden die betroffenen Tiere zunächst antibiotisch behandelt, was nach Angaben des Betriebsleiters anfangs auch Erfolg zeigte. Als aber immer mehr Schweine erkrankten und die Antibiose nicht mehr anschlug, wurden die Tiere schließlich auf Drängen des Schweinegesundheitsdiensts gegen Endoparasiten behandelt, was bislang im betroffenen Biobetrieb nicht gemacht wurde.

Nach der Entwurmung der Mastschweine hat sich die Situation im Bestand nach Aussage des Landwirts deutlich verbessert. Dies unterstreicht, wie wichtig und unerlässlich die Endoparasitenbehandlung von Schweinen ist – gerade auch in Biobetrieben, wo die Tiere auf Stroh und mit Auslauf gehalten werden.

Mehr über diesen Fall und wie wichtig es ist, die beim Schwein weit verbreiteten Endoparasiten im Auge zu behalten, lesen Sie in der Mai-Ausgabe 2020 von agrarheute Schwein im Beitrag „Wurmbefall bei Bioschweinen" ab Seite 34.

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