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Nutztierhaltung

Von Biosicherheit bis Wühlgarten: So baut NRW den Stall der Zukunft

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am Samstag, 19.03.2022 - 05:00 (Jetzt kommentieren)

Zur Strategie der Nutztierhaltung in NRW gehört die Entwicklung neuer Stallkonzepte. Auf Haus Düsse beginnt nun der Bau des Stalls der Zukunft.

Auf dem Versuchs- und Bildungszentrum der Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen (NRW) sollen zwei Ställe der Zukunft für Schweine entstehen. Den Bau der Tierwohlställe auf Haus Düsse fördert das Land mit rund 3 Mio. Euro.

Bereits im Jahr 2020 stellte das Land NRW seine Strategie zur Nutztierhaltung vor. Doch die Stallbaubremse, die auch alle anderen Landwirte zu spüren bekommen, die neue Ställe planen hat selbst beim Landesprojekt voll zugeschlagen: Zwei Jahre hat das Planungs- und Genehmigungsverfahren mit der Herausforderung des Bauen im öffentlichen Bereich gedauert. Jetzt erfolgte aber der erste Spatenstich auf Haus Düsse. Ein Ziel soll die Entwicklung und Erprobung neuartiger Stallsysteme sein.

Mehr Tierwohl, weniger negative Umweltauswirkungen im Düsser Zukunftsstall

Im Mittelpunkt des Schweinestalls der Zukunft stehen folgende Aspekte:

  • Verbesserung des Tierwohls
  • Reduzierung negativer Umweltwirkungen
  • Steigerung der Verbraucherakzeptanz

Die zwei unterschiedlichen Ställe böten ein erhöhtes Platzangebot für die Tiere, strukturierte Funktionsbereiche, organisches Beschäftigungsmaterial, Außenklimakontakt und technische Verfahren zur Kot-Harn-Trennung, um Emissionen zu reduzieren. Darüber hinaus sollen die Tierwohlställe der Aus- und Weiterbildung dienen.

Stall der Zukunft: Das plant Haus Düsse für Schweine

Der sogenannte Stall der Zukunft besteht in Wirklichkeit aus zwei Ställe mit 400 beziehungsweise 290 Schweinemastplätzen.

Der erste Stall soll demnach dem aktuellen Diskussionsstand zu Stufe 2 der geplanten staatlichen Haltungskennzeichnung entsprechen. Er bietet den Schweinen (bis 110 kg) je 1,1 m² Stallfläche mit einem innen liegenden Auslauf mit Außenklimareiz. Dieser bietet ein hohes Maß an Biosicherheit und ermöglicht die Reduzierung von Emissionen aus dem Außenklimabereich.

Der zweite Stall soll der Stufe 3 der staatlich geplanten Haltungskennzeichnung entsprechen und wird als Außenklimastall geplant. Das bedeutet pro Mastplatz steht 1,5 m² Fläche zur Verfügung, davon sind mindestens 0,5 m² Auslauf.

Im Zentrum des Stalls befindet sich der Außenbereich, der als eine Art Wühlgarten mit Hackschnitzel gefüllt ist und den Schweinen zum Ausleben ihres natürlichen Erkundungs-, Bewegungs- und Wühltrieb dienen soll. Über die Abluftführung durch die Hackschnitzel soll gleichzeitig die Stallabluft vorgereinigt werden. Dank einer flexiblen Überdachung kann dieser Bereich je nach Witterung auch geöffnet werden.

Brandenburg: 12 Mio. Euro für Ställe der Zukunft

In Brandenburg fördert das Agrar-Umweltministerium aus Mitteln des Zukunftsinvestitionsfonds des Landes Brandenburg die Konzipierung und den Bau der „Ställe der Zukunft“ sogar mit rund 12. Mio. Euro.

Hier sollen an den beiden Standorten der Lehr- und Versuchsanstalt für Tierzucht und Tierhaltung e.V. (LVAT) in Ruhlsdorf und Groß Kreutz zwei Ställe gebaut werden. Die LVAT als regionales Kompetenzzentrum für die Haltung von Schweinen und Rindern wird damit eine moderne, stallgebundene Haltung hinsichtlich Tierwohl, Umwelt- und Klimaschutz durch den Einsatz von Innovationen umsetzen.

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