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Ebergeruch

BLE: 'Sicheres Verfahren zum Festellen von Ebergeruch'

Wiebke Herrmann, dlz agrarmagazin
am
24.08.2017

Das sichere Ermitteln und Mindern von Ebergeruch soll ein Verbundprojekt des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft erreicht haben.

Dank züchterischer Maßnahmen und der Kontrolle am Schlachtband wurde im Rahmen eines Verbundprojektes des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) ein sicheres Verfahren zum Mindern und Ermitteln von Ebergeruch entwickelt, berichtet die Bundesanstalt für Landwirtschaft (BLE). Diese Methode sorge dafür, dass auch nach dem Ausstieg aus der betäubungslosen Kastration ab 2019, die Fleischqualität in der Ladentheke erhalten bleibt.

In diesem Projekt Start-E-Ger haben die Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn, die Georg-August-Universität Göttingen, der Schweinezuchtverband Baden-Württemberg, die Tönnies Holding GmbH & Co KG, die Vion GmbH, der Besamungsverein Neustadt a.d. Aisch (BVN), die Firma NH DyeAGNOSTICS und die Genossenschaft zur Förderung der Schweinehaltung eG (GFS Ascheberg) nach Alternativen zur Vermeidung von Ebergeruch gesucht. Es ist ihnen dabei gelungen das Problem mit geruchsbelastetem Eberfleisch zu lösen.

Geminderter Ebergeruch dank gezielter Züchtung

Dank der Analyse des Erbmaterials wurden jene Tiere identifiziert, die einen hohen Skatol- und Androstenongehalt im Fleisch aufweisen. Mit Hilfe dieser so genannten Genomischen Selektion konnten dann nur diejenigen Tiere zur Zucht verwendet oder verarbeitet werden, die eine DNA-Variante aufwiesen, die keine Geruchs- oder Geschmacksbeeinträchtigungen hervorrief.

Ebergeruch sicher feststellen

Neben dem züchterischen Ansatz wurde auch das Verfahren der sogenannten humansensorischen Beurteilung von Geruchsabweichungen weiter erforscht, optimiert und einer Qualitätssicherung unterzogen. Die Prüfer wurden hierfür speziell geschult, sodass sie geruchsbelastetes Fleisch nach der Schlachtung sicher identifizieren können. Im Schlachtprozess werden so allen Tierkörpern, in der Regel von mehreren Personen, Geruchsnoten vergeben. Die menschliche Nase wurde somit als zusätzliche Kontrollinstanz in den Schlachtbetrieb integriert.

Mit Material von BLE

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