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Hausfriedensbruch

Boxtel: 64 Tierschutzaktivisten angeklagt

Mann in Handschellen
am
17.05.2019

Nach der Besetzung des Schweinebetriebs in Boxtel (Niederlande) wird gegen 64 Tierschutzaktivisten Anklage erhoben.

In den Niederlanden müssen sich 64 von rund 100 Tierschutzaktivisten der internationalen Bewegung „Meat the Victims“ wegen Hausfriedensbruch verantworten. Am Montag hatten sie einen Schweinebetrieb in Boxtel (Niederlande) besetzt. Daraufhin wurden sie festgenommen.

Wie die Staatsanwaltschaft in Den Haag mitteilte, wurden alle Festgenommenen bis zum Dienstagabend wieder auf freien Fuß gesetzt. Die Verhandlung soll im August vor dem Gericht in Den Bosch stattfinden.

Tierschutzaktivisten aus vielen Ländern

Die Aktivisten stammen der Staatsanwaltschaft zufolge aus unterschiedlichen EU-Ländern, darunter Deutschland, Großbritannien, Polen, Tschechien, Griechenland, Finnland und Schweden, sowie aus Norwegen. Nach eigener Aussage wollten sie die Öffentlichkeit auf das „Tierleid hinter den Stalltüren“ aufmerksam machen und so zum Verzicht auf den Fleischkonsum bewegen.

Ähnliche Aktionen führte die Bewegung bereits in Australien, Kanada, Spanien und Großbritannien durch. Die Tierschützer organisieren sich über den Mikrobloggingdienst Twitter. Einen Hauptsitz hat die Bewegung nicht.

Bärendienst für Schweine

Der betroffene Schweinehalter darf nun drei Wochen lang keine Tiere von seinem Hof abtransportieren. Auch die Anlieferung von Tieren ist untersagt. Die niederländische Behörde für Lebensmittelsicherheit (NVWA) begründete die Maßnahme mit Gesundheitsrisiken für die Tiere. Denn die hygienischen Vorschriften hatten die Aktivisten bei der Besetzung des Stalles nicht beachtet. Deshalb sei ein Ausbruch meldepflichtiger Krankheiten nicht auszuschließen.

Das wurde von vielen Landwirten in den sozialen Medien kommentiert. "Niemand denkt an die Tiere", schrieb beispielsweise Nadine Henke in ihrem Blog Brokser Sauen. Ohne jegliches Unrechtsbewusstsein würden diese Menschen in die Stallungen, dort von einem Abteil ins andere – als wäre das ihr gutes Recht und vollkommen selbstverständlich. Laut Nadine Henke hätten solche Aktionen wirklich gar nichts mit Tierschutz zu tun, sie seien für die Tiere einfach nur purer Stress.

Sollte jetzt eine ansteckende Krankheit oder gar Tierseuche in dem Bestand ausbrechen, so tragen laut der Bloggerin die Tierrechtler die Verantwortung für die Tötung der Schweine. Aber den Tierrechtsaktivisten gehe es nur um die mediale Aufmerksamkeit, niemand denke an die Tiere, die Menschen, an die Familien hinter den Betrieben.

Mit Material von AgE, Brokser Sauen
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