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Stallbrand

Nach Brand in Alt Tellin: Strafanzeige gestellt

Abgebrante Stallanlage in Alt Tellin
am Mittwoch, 26.05.2021 - 13:50 (1 Kommentar)

Durch dem Großbbrand in Alt Tellin sind über 56.000 Schweine zu Tode gekommen. Jetzt wurde Strafanzeige gegen die LFD-Holding und gegen unbekannt gestellt.

Über 56.000 Schweine sind beim Brand der Schweinezuchtanlage Alt Tellin zu Tode gekommen. Deshalb haben die Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft (AbL), der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND), der Deutsche Tierschutzbund und Greenpeace bei der Staatsanwaltschaft Stralsund Strafanzeige und einen Strafantrag gestellt.

Die Strafanzeige und der Strafantrag richten sich ausdrücklich nicht nur gegen die Betreiber des Betriebs, der 2010 für 10.458 Muttersauen und 35.000 Ferkelaufzuchtplätze sowie etwa 17.000 Saugferkel genehmigt wurde, sondern auch gegen unbekannt.

Genehmigungs- und Überwachungsbehörden tragen Mitschuld

Die Antragsteller werfen der Betreiberin LFD-Holding mit Sitz in Sachsen-Anhalt vor, den tausendfachen Tod der Tiere im Brandfall von vornherein in Kauf genommen und keine ausreichende Vorsorge für den Brandfall getroffen zu haben.

Die Anzeige richtet sich ebenfalls gegen „unbekannt“, weil nicht nur die Betreiberin, sondern auch Aufsichts- und Genehmigungsbehörden eine wirkungsvolle Brandbekämpfung und Tierrettung nicht sichergestellt hätten.

Laut des Rechtsanwalts Ulrich Werne müsse die Staatsanwaltschaft nun beurteilen, ob der Anlagenbetrieb ohne ausreichenden Brandschutz und dessen Ermöglichung durch die zuständigen Behörden und Gutachter den Straftatbestand einer Tötung von Tieren ohne vernünftigen Grund erfülle.

Gutachter prangerten schon vor dem Bau fehlenden Brandschutz an

Dazu haben AbL, BUND und Tierschutzbund über 17 Ergänzungen und Änderungen von Brandschutzgutachten und Brandschutzkonzepten sowie die Korrespondenzen zum Widerspruch und die Klageschriften des BUND ausgewertet.

Gutachter des BUND und der Anwohner hätten schon auf dem Erörterungstermin im Genehmigungsverfahren 2009 vorgetragen, dass im Brandfall weder ausreichende Feuerwiderstandsklassen der Gebäude noch geeignete Rettungsmöglichkeiten für die Tiere berücksichtigt wurden.

Auch wurden keine ausreichenden Kapazitäten der Feuerwehr vorgesehen. Behörden und Betreiber hätten dagegen auch später vor Gericht im Klageverfahren des BUND widersprüchliche Angaben gemacht.

Mit Material von BUND M-V

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