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Landvolk Niedersachsen

Brandbrief zur Situation der Ferkelerzeuger

Landvolk-Präsident-Albert-Schulte-to-Brinke
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Martina Hungerkamp, agrarheute
am
10.07.2018

Ferkelerzeuger und Schweinehalter brauchen dringend Lösungen für ihre prekäre Situation. Das Landvolk Niedersachsen appelliert in einem Brandbrief an alle Bundestagsabgeordneten.

Ferkelerzeugern bleibt wirklich nicht mehr viel Zeit. Bis zum 1. Januar 2019 muss eine Lösung für den Ausstieg aus der betäubungslosen Ferkelkastration gefunden sein. Deshalb hat sich das Landvolk Niedersachsen in einem Brandbrief an alle Bundestagsabgeordneten gewandt.

Ohne Lösungen würden große strukturelle Veränderungen auf diesen Bereich zukommen, die "wir alle nicht wollen", so Landvolkpräsident Albert Schulte to Brinke.

Überwiegende Teil der Ferkel muss kastriert werden.

Laut des Landvolkpräsidenten habe die Ebermast mit oder ohne Impfung im Hinblick auf Tierschutz, Fleischqualität und Verbraucherakzeptanz viele Nachteile und würde deshalb vom Lebensmitteleinzelhandel nicht akzeptiert.

Deshalb bleibe die Kastration auch ab 2019 bei einem überwiegenden Teil der männlichen Ferkel die einzige Möglichkeit. Dieses Verfahren müsse für den Sauenhalter nicht nur praktikabel, sondern auch im internationalen Wettbewerb umsetzbar sein.

4. Weg wird blockiert, Verschiebung deshalb unausweichlich

„Leider werden der lokalen Betäubung durch den Tierhalter in der gesellschaftspolitischen und ethischen Diskussion Hürden in den Weg gestellt, die bei den politisch Verantwortlichen zu einer Verweigerungshaltung geführt haben“, beklagte Albert Schulte to Brinke.

Dänemark und Schweden würden zeigen, dass es gehe: 6 Mio. Ferkel würde Dänemark schon jetzt für die Mast nach Deutschland liefern.

Da eine zeitnahe und schnell umsetzbare Lösung hierzulande nicht in Sicht sei, sei eine Verschiebung des Kastrationsverbots aus unausweichlich, so der Präsident.

Landvolk fordert Programme für Sonderinvestitionen

Auch weitere Änderungen im Sauenstall wurden im Brandbrief thematisiert. Schweineställe müssten deshalb ganz oder teilweise umgebaut werden. Auf die Ferkelerzeuger kämen laut des Landvolks Investitionen von 2 bis 3 Mrd. Euro zu. Ein solches Maßnahmenpaket sei deshalb nur mit einem Sonderinvestitionsprogramm umsetzbar. 

„Anderenfalls müssten Politik und Gesellschaft sich darüber im Klaren sein, dass aufgrund dieser Gesetzesvorschriften etliche Sauenhalter und Ferkelerzeuger aus der Produktion aussteigen und der Import von Ferkeln, die nicht nach deutschen Vorschriften und Vorstellungen zum Tierwohl gehalten werden, zunehmen wird“, warnte Albert Schulte to Brinke

Mit Material von Landvolk
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