Login
Aus der Wirtschaft

Brasilianer drängen auf japanischen Markt

© landpixel
von , am
28.08.2012

Brasilen kann künftig Schweinefleisch nach Japan exportieren. Dies teilten am Anfang dieser Woche die japanischen Behörden und die brasilianische Branchenorganisation ABIPECS mit.

In den USA sind bislang schätzungsweise fünf Millionen Tiere an der Krankheit gestorben. © landpixel
Damit wird für den derzeit weltweit viertgrößten Exporteur von Schweinefleisch der Weg auf den bislang größten und preislich attraktivsten Exportmarkt für Schweinefleisch frei.

Schlachthöfe noch nicht festgelegt

Bis zur endgültigen Aufnahme der Exporte müssen allerdings noch die genauen Inhalte der Veterinärzertifikate festgelegt sowie die für den Export nach Japan zugelassenen Schlachthöfe bestimmt und überprüft werden. Außerdem beschränkt sich die Genehmigung bislang auf das Zentrum der brasilianischen Schweineproduktion, den südwestlichen Bundesstaat Santa Catarina.
 
Gleichwohl sieht die brasilianische Branchenorganisation ABIPECS in der Öffnung des japanischen Marktes einen entscheidenden Schritt, die Absatzmöglichkeiten für brasilianisches Schweinefleisch zu verbessern.

Wichtiger Markt für die Europäer

Japan ist noch vor Russland, China (einschließlich Honkong) und Korea der größte Schweinefleischimporteur der Welt. Auch für die Europäer war Japan in den letzten Jahren nach Russland, China, Honkong und noch vor Korea der viertgrößte Absatzmarkt. In den ersten fünf Monaten dieses Jahres gingen 15 Prozent aller europäischen Ausfuhren nach Japan.
 
Allerdings kam das europäische Schweinefleisch fast ausschließlich aus Dänemark und nur zu sehr geringen Teilen aus anderen EU-Ländern wie Ungarn, Spanien, Frankreich und den Niederlanden. Die bedeutendsten Lieferanten für den japanischen Markt (noch vor Dänemark) sind bislang die USA und Kanada.

Konkurrenz wird zunehmen

Dr. Olaf Zinke/Marktanalyst dlv
Mit dem Einstieg der Brasilianer könnte das bisherige Preisgefüge am japanischen Markt indessen in Bewegung geraten und sowohl Dänen als auch die USA und Kanada könnten Marktanteile verlieren. Grund ist, das die japanischen Einfuhrmengen bei Schweinefleisch in den letzten Jahren relativ stabil bei 1,2 Millionen Tonnen lagen, der Markt also (anders als in China) nicht wächst. Der Markteintritt eines großen (und relativ preisgünstigen) Exporteurs dürfte also den Wettbewerb zwischen den Anebieren spürbar erhöhen. 
 
 

Ebermast als sinnvolle Alternative

Auch interessant