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Aus der Wirtschaft

Brasilien: Exportwachstum zu Lasten der Europäer?

© landpixel
von , am
18.03.2013

Die Konkurrenz beim Export von Schweinen nimmt zu. Brasiliens Schweinefleischproduktion wächst und auch die Ausfuhren auf die deutschen und europäischen Exportmärkte steigen weiter an.

Auch 2015 bleiben die Schweinepreise aufgrund des hohen Angebots unter Druck. © Mühlhausen/landpixel
Brasilien baut den Export von Schweinefleisch stärker aus als erwartet. Dabei steht das südamerikanische Land an den meisten Märkten in unmittelbarer Konkurrenz zu den Europäern und damit zu Deutschland. Das betrifft insbesondere die Exportmärkte in der Ukraine, in Russland, Honkong und künftig möglichweise auch in China und Japan. Im Jahr 2012 lag das Land am Zuckerhut nach den USA, der Europäischen Union und Kanada auf Position vier unter den globalen Topexporteuren.

Produktion wächst schneller als Verbrauch

Dr. Olaf Zinke / Redaktionsleiter marktkompass © dlv
Voraussetzung für eine weitere Steigerung der Exporte im laufenden Jahr 2013 ist die weitere Zunahme der Schweinebestände, aber vor allem die höhere Produktivität. Zudem dürfte die derzeit von den Feldern geholte Riesenernte bei Mais und Soja die brasilianischen Mäster massiv kostenseitig entlasten.
Ein aktueller Report des USDA zu Entwicklung am brasilianischen Schweinemarkt geht jedenfalls für 2013 von einer weiteren Zunahme des Schweinebestandes um knapp ein Prozent aus, nachdem die Zahl der Tiere 2102 sogar um knapp fünf Prozent gewachsen war. Die verbesserte Produktivität führt indessen zu einer weiter wachsenden Produktion im laufenden Jahr 2103 um fast drei Prozent auf 3,4 Millionen Tonnen und damit fast ähnlich hoch wie im letzten Jahr. Gleichzeitig wächst der Verbrauch mit 1,5 Prozent auf 2,7 Millionen Tonnen deutlich moderater.

Export in die Ukraine verdoppelt

Entscheidend ist aber das sehr starke Wachstum im Export. Bereits 2012 nahmen die brasilianischen Ausfuhren um 13 Prozent  auf 661.000 Tonnen weitaus stärker zu als von allen Analysten ( und auch vom USDA) erwartet wurde. Ein Grund dürfte das starke Wachstum der Ausfuhren in die Ukraine sein. Dorthin haben sich die brasilianischen Exporte binnen Jahresfrist verdoppelt und die Ukraine hat Russland als wichtigsten Exportmarkt abgelöst.
Die Exporte nach Russland blieben hingen im Jahresvergleich relativ stabil und die Ausfuhren nach Hongkong und in das Nachbarland Argentinien gingen sogar zurück. Erstmals hat Brasilien 2012 allerdings Schweinefleisch nach China exportiert und auch Japan könnte bald auf der Liste der Exportziele stehen.
 
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