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Brexit

Brexit dämpft EU-Schweinefleischexporte

Schweinehälften im Schlachthof
Josef Koch, dlz agrarmagazin
am
30.05.2017

Nach dem Brexit werden die Briten weniger Schweinefleisch aus der EU einführen, so die ersten Prognosen.

Einen schrumpfenden Import von Schweinefleisch und deren Produkten sowie moderat steigende Exporte erwartet der britische Bauernverband AHDB laut seiner jüngsten Prognose für das laufende Jahr 2017 und 2018. Das berichtet aktuell die Agrarmarkt Informations-Gesellschaft (AMI).

Die Verkündung des Brexit und der daraus resultierende Wertverlust des britischen Pfunds verteuere einerseits die Importe aus dem EU-Raum und erhöhe die Wettbewerbsfähigkeit der Exporte in EU-Länder. Zu den Hauptlieferanten des Vereinigten Königreichs gehören Dänemark, Deutschland und die Niederlande. Vor allem Bacon, der sogenannten Frühstücksspeck, ist gefragt. Von 2010 bis 2016 stieg die Einfuhr von Fleischprodukten nach AMI-Angaben von 173.000 t auf 251.000 t an.

 

Ausgleich auf anderen Exportmärkten

Auch in Deutschland macht man sich Gedanken um die Folgen des Brexit für die intensiven Agrarhandelsbeziehungen. Das Handelsvolumen könnte laut einer Studie des von Thünen-Instituts für Marktanalyse im schlimmsten Fall so stark abnehmen, dass der Gesamtproduktionswert von Schweine- und Geflügelfleisch in Deutschland um mehr als zwei Prozent sinken könne, berichtet aktuell die NOZ.

Martin Banse, Leiter der Studie, hält es allerdings für wahrscheinlich, dass die EU und Großbritannien gegenseitige Zugeständnisse aushandeln werden, die den Export für deutsche Erzeuger weiter lohnend machen.

Das Schlachtunternehmen Tönnies beobachtet die Brexit-Verhandlungen ebenfalls intensiv. Unternehmenssprecher Vielstädte ist gegenüber der NOZ zuversichtlich, dass das Unternehmen mögliche Rückgänge im Großbritanniengeschäft durch Zuwächse auf anderen Exportmärkten ausgleichen könne. Die dänische Tönnies-Tochter Tican produziert zudem auch selbst in UK, so die ISN.

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