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Schwein

Briten erwarten EU-weiten Rückgang der Schweinefleischproduktion

von , am
08.12.2010

London - Nach einer Umfrage unter Schweinehaltern in den EU-Mitgliedstaaten rechnet der britische Verband der Schweinehalter NPA mit einem spürbaren Rückgang der Fleischproduktion in der EU während der kommenden Jahre.

Schweinehälften im Schlachthof © Mühlhausen/landpixel

Für 2011 wird das EU-weite Minus laut einer NPA-Prognose auf 880.000 Tonnen Schweinefleisch beziehungsweise vier Prozent beziffert. In den beiden darauffolgenden Jahren soll das Aufkommen dann sogar um jeweils rund eine Million Tonnen beziehungsweise fünf Prozent sinken. In den nächsten drei Jahren wäre also mit einer Abnahme der EU-Schweinefleischproduktion um rund drei Millionen Tonnen zu rechnen.  

Als Faktoren für diesen starken prognostizierten Rückgang nennt der Branchenverband niedrige Preise, hohe Futtermittelkosten sowie die ab 2013 EU-weit vorgeschriebene Gruppenhaltung von Sauen.

Weitere Ursachen für den Rückgang

Als weitere Ursachen werden Währungsschwankungen und Nervosität bei den Banken über die Nachhaltigkeit der Schweineproduktion auf dem europäischen Kontinent genannt. Für die Erhebung wurden Schweinehalter und Branchenvertreter aus Ländern wie Dänemark, Deutschland, Frankreich, den Niederlanden und Polen befragt, die zusammen mehr als zwei Drittel der EU-Schweinefleischerzeugung stellen.

Skepsis bei deutschen Branchenexperten  

Das sinkende Angebot wird laut NPA-Schätzung mit höheren Preisen im Einzelhandel einhergehen, insbesondere für Nettoimporteure wie Großbritannien. Die NPA empfiehlt daher den Einzelhandelsketten, enger mit der Lieferkette in Großbritannien zu kooperieren. Auf Skepsis stößt hingegen die Prognose der NPA bei Branchenexperten in Deutschland.

Ein Gebranntes Kind scheut das Feuer 

Laut Einschätzung der NPA wird wenigstens ein Drittel der Produzenten auf dem europäischen Kontinent Schwierigkeiten haben, auf die ab 2013 vorgeschriebene Gruppenhaltung für Sauen umzustellen. Für diese seien Investitionen von 400 £ (475 Euro) pro Sauenplatz notwendig. Eine entsprechende Änderung der gesetzlichen Grundlagen in Großbritannien habe 1999 zu einer Halbierung des Schweinebestandes in den darauffolgenden zehn Jahren geführt.

Viele Produzenten noch unentschlossen

NPA-Geschäftsführer Barney Kay gab zu bedenken, man könne die auf die Branche zukommenden Probleme sogar noch unterschätzt haben, denn viele Produzenten auf dem europäischen Kontinent seien noch unentschlossen über ihr weiteres Vorgehen. Auch die hohen Futtermittelkosten gingen in die Schätzung der NPA ein. Die Entscheidung werde von mehreren Faktoren beeinflusst. Dazu gehörten auch die Ergebnisse der Weizenernte im kommenden Jahr, Währungskurseffekte, die wirtschaftlichen Aussichten der Eurozone sowie die Haltung der Banken im Kreditgeschäft, betonte der Verband. (AgE)

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