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Landwirtschaft

Brokser Sauen starten Petition gegen Agrarpaket

Ferkel in einer Abferkelbucht
am Dienstag, 25.02.2020 - 10:34 (Jetzt kommentieren)

In einer Petition fordert Nadine Henke, das Agrarpaket des Bundesumweltministeriums und des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft in seiner jetzigen Form abzulehnen.

Nadine Henke, bekannt dank ihres Blogs Brokser Sauen, hat eine Online-Petition auf dem Portal des Petitionsausschusses des Deutschen Bundestags gestartet. Darin fordert sie, dass das Agrarpaket des Bundesumweltministeriums (BMU) und des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) in seiner jetzigen Form gestoppt wird.

Die Bloggerin macht darauf aufmerksam, dass Landwirte seit Jahren mit immer neuen Forderungen konfrontiert werden. Bisher habe man die neuen Gesetze und Regelungen auch immer noch meistern können. Das am 4. September 2019 vorgestellte Agrarpaket von BMU und BMEL habe die Landwirte jedoch geschockt. Die direkten und indirekten Auswirkungen sind so weitreichend, dass damit die Existenzen vieler landwirtschaftlicher Betriebe in Deutschland gefährdet sei.

Landwirte wünschen sich gesetzlichen Rahmen

Mit dem Agrarpaket wurde auch das staatliche Tierwohllabel vorgestellt. Nadine Henke sagt: "Wir haben nach dem Magdeburger Urteil bisweilen noch keine neue gesetzliche Grundlage, aber schon ein staatliches Tierwohllabel, was den „gesetzlichen“ Standard torpediert. Wir wünschen uns von der Politik einen gesetzlichen Rahmen, in dem wir arbeiten können. Dieser sollte uns auch eine Planungssicherheit geben."

Weiter fordert sie die Möglichkeit, diese gesetzlichen Rahmenbedingungen umzusetzen. Neu- und Umbauten für ein Mehr an Umweltschutz und Tierwohl müssen auch in bestehenden Betrieben zu gestalten sein.

Landwirte könnten Natur-, Artenschutz, Tierwohl, und auch bio. Nur das alles müsse auch machbar sein, und Landwirte könnten das nicht zum Nulltarif, so die Bloggerin.

Landwirte haben Existenzängste

Auch das geplante Mercosur Abkommen erzeugt bei vielen Landwirten Existenzängste. Nadine Henke sagt: "Wir stehen im Wettbewerb mit dem Weltmarkt, sollen aber die hohen Ansprüche unserer Gesellschaft erfüllen. Das ist wie Vollgas fahren mit angezogener Handbremse: Irgendwann qualmt es und das ist jetzt der Fall."

Ein gesellschaftlicher Konsens sollte laut ihr der Prämisse unterstellt sein, dass die in Deutschland verbrauchten Lebensmittel zum möglichst großen Anteil auch in Deutschland erzeugt werden können. Danach sollten alle anderen Zielkonflikte ausgehandelt werden. Denn die Bevölkerung hat ein Recht auf deutsche Lebensmittel. Der Wunsch nach "Regional" darf nicht ignoriert werden.

In den letzten Wochen haben sehr viele Landwirte "grüne Kreuze" auf ihren Feldern aufgestellt, um still gegen das geplante Agrarpaket zu protestieren. Am 22. Oktober 2019 sind in vielen deutschen Städten zigtausende Landwirte mit ihren Treckern auf die Straße "gegangen", um laut gegen das Agrarpaket in der jetzigen Form zu demonstrieren.

Die Forderung der Petition lautet nun: "Bitte stoppen Sie das Agrarpaket in seiner jetzigen Form. Reden Sie mit uns anstatt über uns!"

Hier können Sie die Onlinepetition mitzeichnen.

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