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Buchweizen beweist sich als Sojaersatz in der Schweinemast

© landpixel
von , am
31.05.2014

Schweine können Buchweizen effizent verwerten, wie ein aktueller Futtertest zeigte. Das Gewächs hat zudem ähnliche Qualitäten wie Soja. Und der Schinken scheint eine nussige Note zu erhalten.

© Vladimir Mucibabic/fotolia.de
Schon im 16. Jahrhundert wurde Buchweizen an Schweine verfüttert. Aus älteren Untersuchungen ist bekannt, dass Milchkühe und Hühner Buchweizen ohne Weiteres aufnehmen und verwerten. Jetzt hat die Landwirtschaftskammer Niedersachsen einen Futterakzeptanztest bei Schweinen durchgeführt. Sie ist zu dem Ergebnis gekommen, dass die Tiere den Buchweizen gut verwerten. Die positiven Eigenschaften der Pflanzeninhaltsstoffe und die hohe Eiweißqualität könnten laut Kammer für die Tierernährung zudem von Nutzen sein.
 
Außerdem sei die Relation der Aminosäuren untereinander bei dem Knöterichgewächs ähnlich derjenigen bei der Sojabohne, die bekanntlich bevorzugt in der Schweinefütterung eingesetzt wird.

Buchweizen als Sojaersatz

Aufgrund seiner hohen Gehalte an gesunden Inhaltsstoffen mit antioxidativem Potenzial gilt Buchweizen als funktionelles Lebensmittel mit gesundheitlichem Zusatznutzen. Außerdem weist Buchweizen eine hohe Eiweißqualität ähnlich der Sojabohne auf. Besonders für die ökologische Tierhaltung sei es daher eine gute Futtermittelalternative. Der alleinige Einsatz von heimischen Eiweißfuttermitteln wie Erbsen und Ackerbohnen reicht häufig für eine optimale Versorgung der Tiere mit Aminosäuren nicht aus.  Außerdem gibt es Hinweise, dass der Schinken von mit Buchweizen gefütterten Schweinen einen nussigen Geschmack haben soll.

Buchweizen besteht Futterakzeptanztest

Für die Studie wurde eine Mastschweinegruppe mit herkömmlichen Futtermitteln gefüttert. Eine Versuchsgruppe erhielt eine Futterration mit einem Anteil von 20 Prozent ungeschältem Buchweizen. Das Ergebnis überraschte. Beide Mastschweinegruppen nahmen mit 2,5 Kilogramm dieselbe Futtermenge am Tag zu sich, nahmen mit 931 Gramm pro Tag identisch zu und verwerteten das Futter gleich gut. Die Fachleute der Kammer schließen daraus, dass Buchweizen auch Schweinen gut schmeckt.

Pflanzen ist wenig anspruchsvoll

Auch aus pflanzenbaulicher Sicht sei Buchweizen insbesondere für den Ökolandbau  interessant. Seine Ansprüche an Boden und Nährstoffversorgung seien gering, so dass er auch auf den leichten Böden und sogar in den sonst weniger fruchtbaren Heide- und Moorgegenden gedeihe. Buchweizen ist laut Kammerangaben recht kälteempfindlich und kann deshalb nicht vor Mitte Mai gesät werden. Dennoch kann er bereits ab Ende August mit dem Mähdrescher geerntet werden.
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