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Sachsen-Anhalt

BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN: Ringelschwanz dran lassen

© Mühlhausen/landpixel
pd/nc
am
25.01.2016

Die Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN im Landtag von Sachsen-Anhalt wird Vorschläge für einen Ausstieg aus dem Kürzen des Ringelschwanzes beim Schwein machen. Voraussetzung für einen intakten Ringelschwanz sei die gute Tiergesundheit.

Haltungsbedingungen in Ställen und die Fütterung müssen den Bedürfnissen der Tiere entsprechen und nicht umgekehrt. Aus diesem Grund macht die Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN bei der Sitzung des Landtags in der kommenden Woche Vorschläge, wie der schrittweise Ausstieg aus dem Kürzen des Ringelschwanzes beim Schwein eingeleitet werden kann.

Betriebe müssen auf Schwanzkupieren verzichten

"Zum Wohl der Tiere, entsprechend der Erwartungen der Verbraucherinnen und Verbraucher sowie für die Erhaltung ihrer Wettbewerbsfähigkeit müssen auch die Schweine haltenden Betriebe in Sachsen-Anhalt auf das Schwanzkupieren bei den kleinen Ferkeln verzichten", sagt Dorothea Frederking, landwirtschaftspolitische Sprecherin der Landtagsfraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN.

"Da es keine Patentlösungen für diese Umstellung gibt, kann der Ausstieg nurschrittweise erfolgen. Die Betriebe brauchen dazu Informationen, Beratung und finanzielle Unterstützung.“, sagt Frederking weiter.

Wohlbefinden ist auch eine Voraussetzung

Voraussetzung für einen intakten Ringelschwanz seien Wohlbefinden und eine gute Gesundheit der Tiere. Langschwänzige Schweine seien vitaler, hätten weniger Infektionen, bräuchten weniger Medikamente und würden das Futter besser umsetzen, betont Frederking. Der Sprecherin zufolge müssten die Landwirte dann nicht mehr so viel Geld für die medizinische Behandlung der Tiere ausgeben.

 

Schweinemast: 10 Tipps für mehr Tierwohl im Stall

Tipp 1: Großgruppen bieten folgende Vorteile: Der Platz pro Tier ist derselbe wie in Kleingruppen, aber jedes einzelne Schwein hat mehr Raum zur Verfügung, um sich frei zu bewegen. © Martina Hungerkamp
Tipp 2: Ein automatisches Filterverfahren kann helfen, die Luft im Stall frisch zu halten. Lüftungsklappen sorgen für frische Luft und ein optimales Stallklima. © Martina Hungerkamp
Tipp 3: Für einen komfortablen Boden sind Kunststoff-Elemente, die eine hygienische Oberfläche besitzen eine Lösung. Sie sollen robust und leicht zu reinigen sein. © Martina Hungerkamp
Tipp 4: Kleine Mengen an Sonnenblumenkernhülsenkönnen als Einstreu verwendet werden. Die Mastschweine spielen, suhlen und liegen in der Einstreu. © Martina Hungerkamp
Tipp 5: Je nach Lebendgewicht trinken die Mastschweine täglich 3 bis 10 Liter Wasser. Um die Zufuhr sicher zu gewährleisten, sollen genügend Tränken im Stall verteilt sein. © Martina Hungerkamp
Tipp 6: Schweine sind neugierige Tiere und beschäftigen sich gerne. Zur Beschäftigung können bewegliche und veränderbare Materialien im Stall aufgehängt werden. © Martina Hungerkamp
Tipp 7: Eine weitere Beschäftigungsmöglichkeit bietet das Raufutter - am besten Heu. Zirka 90 Prozent davon wird von den Schweinen aufgefressen. © Martina Hungerkamp
Tipp 8: Eine Schweinedusche im Stall kann zum Abkühlen oder einfach zum Spielen dienen. Die Schweine lassen sich gerne besprühen. © Martina Hungerkamp
Tipp 9: Ein einfacher Holzstamm kann den Schweinen als Scheuerbalken dienen. Die Schweine nagen sehr gerne am Holz, vor allem,wenn noch Rinde vorhanden ist. © Martina Hungerkamp
Tipp 10: Eine Bade- und Suhlmöglichkeit im Stall weckt und befriedigt die neugier der Schweine. Die Schweine baden, spielen und suhlen sich sehr gerne in einer Wanne. © Martina Hungerkamp
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