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BVL: Antibiotika-Abgabe leicht gesunken

© Mühlhausen/landpixel
von , am
12.11.2013

Berlin - Das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit hat zum zweiten Mal Zahlen zur Antibiotika-Abgabe in der Tiermedizin veröffentlicht. Die Gesamtmenge ist in 2012 um 87 Tonnen gesunken.

Mehrere Tausend Landwirte haben trotz Meldepflicht keine Angaben zum Antibiotika-Einsatz auf ihrem Betrieb gemacht. © Mühlhausen/landpixel
Die Gesamtmenge der im Jahr 2012 abgegebenen Menge von Antibiotika ist gegenüber dem Vorjahr um 87 Tonnen gesunken. Das ergab die Auswertung der im Jahr 2012 zum zweiten Mal erhobenen Abgabemengendaten für Antibiotika durch das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL). Die als sogenannte Reserveantibiotika in der Humanmedizin wichtigen Wirkstoffe wie Fluorchinolone und Cephalosporine der 3. und 4. Generation werden zwar weiter in geringeren Mengen abgegeben, allerdings stieg die Abgabemenge von Fluorchinolonen gegenüber dem Vorjahr um zwei Tonnen an. Der Fokus der Antibiotikaabgabe in der Veterinärmedizin betrifft weiterhin eindeutig ältere Wirkstoffe wie Penicilline und Tetrazykline.

Tetrazykline bilden Hauptabgabemenge

Bei der regionalen Zuordnung der Abgabemengen sind keine nennenswerten Veränderungen zwischen 2011 und 2012 zu verzeichnen. © BVL
Insgesamt sind im Jahr 2012 rund 1.619 Tonnen Antibiotika von pharmazeutischen Unternehmen und Großhändlern an Tierärzte in Deutschland abgegeben worden. Dieses bedeutet ein Minus gegenüber der Vorjahresgesamtmenge von circa 87 Tonnen. Die Menge an Fluorchinolonen, deren Verwendung in der Tiermedizin wegen ihrer Rolle als sogenannte Reserveantibiotika für die Humanmedizin kritisch gesehen wird, ist gegenüber der Vorjahresmeldung um zwei Tonnen angestiegen.
 
Die Hauptabgabemengen bilden wiederum Tetrazykline mit etwa 566 Tonnen und Penicilline mit etwa 501 Tonnen, gefolgt von Sulfonamiden mit 162 Tonnen, Makroliden mit 145 Tonnen und Polypeptidantibiotika mit 124 Tonnen. Des Weiteren wurden rund 10,4 Tonnen Fluorchinolone und rund 3,8 Tonnen Cephalosporine der 3. und 4. Generation abgegeben.

Zuordnung zu Tierarten nicht möglich

Eine Zuordnung der gemeldeten Wirkstoffmengen zu einzelnen Tierarten ist nicht möglich, da die Mehrzahl der Wirkstoffe für die Anwendung bei verschiedenen Tierarten zugelassen ist. Von den abgegebenen 1.619 Tonnen Wirkstoffen entfallen 1.611 Tonnen auf Präparate, die für mindestens eine Tierart zugelassen sind, die Lebensmittel liefert. Nur acht Tonnen entfallen auf Präparate, die ausschließlich für nicht Lebensmittel liefernde Tiere (also Sport- und Freizeittiere) zugelassen sind.
 
Der Einsatz von Tierarzneimitteln dient dem Ziel, kranke Tiere zu behandeln und damit die Tiergesundheit und den Tierschutz zu fördern. Der Einsatz ist gleichermaßen ausgerichtet auf den Schutz des Verbrauchers. Sorge bereitet jedoch, dass der Therapieerfolg sowohl in der Human- wie auch in der Tiermedizin zunehmend durch das Auftreten antibiotikaresistenter Bakterien gefährdet wird. Der Transfer von antibiotikaresistenten Bakterien und/oder der Transfer von Resistenzgenen zwischen Mensch und Tier ist wechselseitig möglich.

Homöopathie in der Milchviehhaltung

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