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Forschung

China: ASP-Virus angeblich entschlüsselt

Wildschwein Portrait
am Dienstag, 01.10.2019 - 05:00 (Jetzt kommentieren)

Eine chinesische Studie könnte neue Erkenntnisse zur Bekämpfung der ASP geben. Angeblich Virus-Struktur entschlüsselt.

Forscher in China haben angeblich die dreidimensionale Struktur des Virus der Afrikanischen Schweinepest (ASF) entschlüsselt. Wie die Chinesische Akademie der Wissenschaften (CAS) berichtet, habe man damit eine solide Grundlage für die Entwicklung wirksamer und sicherer Impfstoffe gegen die tödliche Tierseuche geschaffen.

Laut der chinesischen Wissenschaftler sei die Enthüllung der Feinstruktur des Virus wichtige Grundlagenforschung, um Hinweise auf die Mechanismen der Infektion, der Ansteckungsfähigkeit und der Immunologie des ASP-Virus zu erhalten. Das helfe auch, einen Impfstoff zu entwickeln.

Chinesischer ASP-Virusstamm isoliert

Den Wissenschaftlern sei es gelungen, den chinesischen ASP-Stamm zu isolieren und dessen Struktur zu entschlüsseln. Demnach bestehe es aus fünf Schichten: eine äußere Membran, eine Kapsel (Kapsid), eine zweischichtige innere Membran, der Kernschale und schließlich dem eigentlichen Genom. Eine solche Struktur komme sehr selten vor und sei kompliziert.

Außerdem bestände das Virus aus 30.000 Proteinbausteinen und sei riesig. Mit einem Durchmesser von 260 Nanometer sei es zum Beispiel 10-mal größer als das Hepatitis-A-Virus.

Die Forscher geben an, unter anderem auch Strukturen (Epitope) entschlüsselt zu haben, gegen die im Zuge einer Immunantwort Antikörper oder T-Zellen gebildet werden. Das sei ein wichtiger Punkt für die Impfstoffentwicklung.  

Die jetzigen Enthüllungen seien ein erster Schritt auf dem langen Weg, die ASP zu bekämpfen. Als nächstes wollen die Forscher die Struktur der Kernschale analysieren und untersuchen, wie das Virus sich im Körper des Schweins andockt. 

Mit Material von xinhuanet

FLI hofft, dass Ergebnisse bei Impfstoffentwicklung helfen

Auf Anfrage von agrarheute kommt das Friedrich-Loeffler-Institut (FLI) zu folgender Einschätzung: Die publizierten Daten sind neu und erlauben ein besseres Verständnis der Virusstruktur. Das könne auch bei der Auffindung immunogener Strukturen helfen.

Laut FLI wird es aber vermutlich kurzfristig nicht zu neuen Ansätzen führen. Dazu fehlen weiterhin wichtige Daten und Informationen zu den sehr zahlreichen viralen Proteinen und deren Bedeutung für eine protektive Immunantwort.

In den vergangenen Jahren haben mehrere Arbeitsgruppen an der Entschlüsselung der Funktion und Lokalisation viraler Proteine gearbeitet. In ihrer Gesamtheit spielen die gewonnenen Daten eine wichtige Rolle für das bessere Verständnis des Virus. Es sei laut FLI zu hoffen, dass es auch bei der Impfstoffentwicklung hilft.

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