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Afrikanische Schweinepest

China: Behörden vertuschen neue ASP-Fälle

Schweine im Stall
am Donnerstag, 30.04.2020 - 13:36 (Jetzt kommentieren)

Seit November 2019 gab es laut der chinesischen Behörden keine ASP-Fälle mehr bei Hausschweinen in China. Die Lage sei stabil, hieß es. Doch stimmt das wirklich? Tierärzte berichten von neuen Ausbrüchen.

China hat nach eigenen Angaben die Corona-Krise weitgehend unter Kontrolle gebracht. Auch bei der Afrikanischen Schweinepest (ASP) sei das so. Die Tierseuche hatte im vergangenen Jahr zum Verlust von rund 120 Millionen Schweinen im Land geführt.

Die chinesischen Behörden berichteten, dass die ASP-Lage stabil sei. Doch stimmt das wirklich? Nein, sagt das US-Agrarministerium. „Die Unterberichterstattung ist in China weit verbreitet.“ Es sei nicht so einfach, Daten über ASP-Ausbrüche in Schweinefarmen zu erhalten.

ASP: Bauern haben Angst vor finanziellen Verlusten

„Einige Betriebe zögern aus Angst vor wirtschaftlichen Verlusten, Ausbrüche zu melden“, so das US-Landwirtschaftsministerium. Andere Bauern würden berichten, dass sie aktiv davon abgehalten würden, ASP-Fälle zu melden.

Mehrere vom Wall Street Journal befragte Tierärzte sagten, sie hätten seit November ASP auf mehreren chinesische Schweineherden diagnostiziert. Und das obwohl die Regierung meldet, es gebe keine neuen ASP-Fälle.

März 2020: Labor erhält Proben von ASP-positiven Schweinen

Dr. Johnson, der schon seit 20 Jahren in China lebt und als Berater für ein Tierfutterunternehmen arbeitet, sagte: „Das ASP-Problem wird sicherlich nicht besser.“

Im März 2020 habe ein Labor am Stadtrand von Peking Blut- und Gewebeproben von toten Schweinen von mehreren Farmen, die positiv auf ASF getestet wurden, bekommen.

Regierung ermutigt Bauern, Herden wiederaufzubauen

Während die Bauern mit der ASP kämpften, schaffe die chinesischen Behörden finanzielle Anreize für den Wiederaufbau neuer Schweineherden. So hat die Regierung etwa 4.000 Schweine aus Frankreich einfliegen lassen. 

Die Regierung habe versucht, den Druck auf die inländischen Schweinefleischpreise zu verringern. Denn seit 2019 habe sich der Preis aufgrund von Fleischknappheit mehr als verdoppelt. Er liege immer noch auf Rekordniveau.

China: „Schweinepopulation ist um 10 Mio. Tiere gestiegen“

Chinas Statistikamt sagte am 17. April 2020, die Schweinepopulation des Landes sei in den ersten drei Monaten dieses Jahres um etwa 3% oder 10 Millionen Schweine gestiegen.

Dieser Anstieg war teilweise darauf zurückzuführen, dass weniger Schweine geschlachtet wurden, da viele Schweinefleischverarbeitungsbetriebe geschlossen wurden, um die Ausbreitung des neuen Coronavirus einzudämmen.

Infolgedessen ging die Schweinefleischproduktion gegenüber dem Vorjahr um fast ein Drittel zurück.

Mit Material von Promed

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