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Großbritannien

CO2-Mangel bremst Schweineschlachtungen aus

schwein-am-schlachthaken
am Montag, 20.09.2021 - 12:57 (Jetzt kommentieren)

Dilemma für britische Schweinehalter: Der Mangel an Kohlendioxid führt zu einem Rückstau bei Schlachtungen und lässt Schweinefarmen bersten.

Britische Schweinehalter sehen sich aktuell mit einem doppelten Dilemma konfrontiert. Neben dem Mangel an Schlachthofmitarbeitern bremst jetzt auch der Mangel an Kohlendioxid (CO2) die Schweineschlachtungen aus, wie der britische Verband der Fleischproduzenten BMPA mitteilt.

Kohlendioxid wird zum Betäuben der Schweine benötigt

Grund für die CO2-Knappheit ist laut BMPA, dass aufgrund steigender Erdgaspreise mehrere Chemiewerke in Europa die Produktion von Düngemitteln einstellen, bei der als Nebenprodukt Kohlendioxid anfällt. CO2 wird im Fleischsektor benötigt, um Schweine im Schlachthof zu betäuben sowie um Verpackungen vakuumdicht zu versiegeln.

Zum Beispiel hat das US-Unternehmen CF-Industries jetzt zwei Düngemittelfabriken im Norden Englands geschlossen, wobei die hohen Gaspreise als Grund angeführt wurden.

CO2-Mangel führt zum Schweinestau auf den Farmen

Dem BMPA zufolge könnten manche Schlachtbetriebe in weniger als 14 Tagen keine Vorräte mehr haben. Sie könnten keine Tiere mehr annehmen und müssten Produktionslinien schließen. Das führe zu einem Rückstau bis auf die Bauernhöfe, deren Ställe bereits „nahe dem Bersten“ seien. Die Probleme seien so groß, dass Brancheninsider über die Tötung von Schweinen auf den Farmen nachdenken.

Der CO2-Mangel auf Schlachthöfen scheint zumindest bislang eher ein britisches Problem zu sein. Auf Anfrage von agrarheute beim Schlachtunternehmen Vion hieß es, dass es hier keine Versorgungsprobleme mit CO2 gibt.

Mit Material von aho, dpa

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