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Copa/Cogeca: Schweinesektor muss rentabler werden

von , am
19.05.2011

Brüssel - In einem Treffen mit der ungarischen Ratspräsidentschaft forderte Paolo Bruni die Durchführung dringender Maßnahmen für Rentabiliät des EU-Schweinesektors.

© Mühlhausen/landpixel
Anlass war die Diskussion der europäischen Landwirtschaftsminister über die Schlussfolgerungen der erweiterten Beratungsgruppe Schweinefleisch. Die Gruppe wurde eingerichtet, um Lösungen zur Verbesserung der dramatischen Lage im EU-Schweinefleischsektor zu untersuchen.
 
Im Gespräch mit dem ungarischen Landwirtschaftsminister Sandor Fazekas  betonte Bruni, der Schweinefleischsektor durchlaufe seit drei Jahren eine Krise, zum Teil aufgrund der steigenden Betriebsmittelkosten.

Copa Cogeca: Dramatische Lage für EU-Tierhalter

"Mit Blick auf die schwierige Lage empfehlen wir rasche und effiziente Maßnahmen wie Mindest- und Höchstwerte für Finanzmärkte, um den Landwirten beim Umgang mit der extremen Volatilität auf den Terminmärkten zu helfen. Zusätzlich hierzu möchten wir die Stellung der Landwirte in der europäischen Lebensmittelkette stärken, sodass sie einen besseren Erlös für ihr Produkt bekommen. Ein Weg zur Erreichung dieses Ziels ist die Konzentration des Angebots durch Erzeugerorganisationen wie Genossenschaften."

Forderung nach besser funktionierender Lebensmittelkette

Copa-Cogeca-Generalsekretär Pekka Pesonen sagte: "Wir empfehlen auch, den Tierhaltern den Zugang zur Intervention zu erleichtern, beispielsweise über Kreditmöglichkeiten. Desweiteren fordern wir die Ausarbeitung eines EU-Proteinplans. Das Verbot verarbeiteter tierischer Proteine für Nicht- Wiederkäuer muss ebenfalls umgehend aufgehoben werden. Schweinefleischerzeugern muss es auch erlaubt sein, sich zu Erzeugerorganisationen wie Genossenschaften zusammenzuschließen, um die Produktionskosten zu reduzieren und den Wert ihrer Produktion zu steigern." "Das europäische Wettbewerbsrecht muss angepasst werden, um es Erzeugerorganisationen wie z.B. Genossenschaften zu ermöglichen, an Größe und Einfluss zuzunehmen und so zu einer ausgewogeneren Lebensmittelkette beizutragen", so Bruni weiter. Die Forderungen der Beteiligten der erweiterten Beratungsgruppe wurden der Kommission zur Prüfung zugesandt.

Tiertransport und Bienensterben als weitere aktuelle Themen

Bruni diskutierte während des Gesprächs mit der Ratspräsidentschaft die aktuellen EU-Regeln zum Tiertransport und betonte, dass sie weltweit bei weitem die strengsten und detailliertesten Regeln seien. Bruni forderte eine ordentliche Durchsetzung der bestehenden Gesetzesregelungen, bevor neuen Gesetzesinitiativen ergriffen werden. Copa-Cogeca begrüßte auch die Schlussfolgerungen des Rates zu der Mitteilung der Kommission über die Gesundheit von Honigbienen und betonte, dass es lebenswichtig sei, dass im Rahmen der GAP weiterhin Unterstützung gegeben werde, um die Abnahme der Zahl von Imkern und Bienenvölkern umzukehren und die Produktion von Honig in der EU sowie seine Qualität zu sichern.
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