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Mast

Corn-Cob-Mix etabliert sich in der Mast

© Mühlhausen/landpixel
von , am
16.10.2013

CCM erreicht mittlerweile oft Körnermaisqualität. In Zeiten hoher Futterpreise versuchen Landwirte durch die Verwertung des Mais-Spindel-Gemischs die Futterkosten zu reduzieren.

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Der Corn-Cob-Mix (Maiskorn-Spindel-Gemisch) anstelle von Getreide hat sich als energiereiche Komponente in der Schweinefütterung etabliert. Höherer Ertrag vom Acker, bessere Gülleunterbringung und Einsparung von Trocknungskosten sind Hauptgründe für die Produktion von CCM anstelle von Getreide. Mittlerweile weist CCM fast schon Körnermaisqualität auf, da kaum noch Spindeln mit geerntet werden. Dies belegen die Analysen der letzten Jahre, berichtet die Landwirtschaftskammer Niedersachsen. CCM wurde im Mittel mit geringen Rohfasergehalten von 3,0 bis 3,4 Prozent in der Trockensubstanz geerntet, die Stärkegehalte lagen bei 70 Prozent und die ME-Gehalte erreichten mit 14,0 MJ das Niveau von Weizen.
 

Sojaschalen besser als CCM Rohfaser

Für energiereiche Schweinefutter sind CCM-Rohfasergehalte von weniger als 4 Prozent (bezogen auf TS) günstig. Eine bessere Strukturversorgung der Sauen durch faserreicheres CCM zu erreichen, ist nicht so vielversprechend wie allgemein erhofft, da sich die Rohfaser anderer Faserkomponenten, z. B. Sojaschalen, physiologisch deutlich günstiger auswirkt. Auch Gerste kommt für diesen Zweck in Betracht.
 

Spindelanteil sortenabhängig

Früher wurde allgemein ein Spindelanteil von 50 bis 80 Prozent empfohlen. Mehr Spindeln bedeutet mehr Ertrag vom Acker. Zu beachten ist aber, dass bei hohen Spindelanteilen das Mykotoxinrisiko zunimmt. In alten Untersuchungen erbrachte ein um 10 Prozent erhöhter Spindelanteil einen Mehrertrag von etwa 2 bis 3 dt CCM (je ha, ausgehend von einem Korn:Spindel-Gewichtsverhältnis von 82:18 (auf TS-Basis). Heutige Sorten dürften eher einen Spindelanteil von 16 bis 17 Prozent aufweisen, wie erste Messungen belegen, oder auch darunter. So wurden in österreichischen Untersuchungen Spindelanteile von unter 12 % im Maiskolben ermittelt. Mit größeren Sortenunterschieden ist also zu rechnen.
 

Genug Rohfaser in der Mischung

Rohfaserarmes CCM liefert zwar viel Energie, bei hohen Anteilen ist aber darauf zu achten, insbesondere in Verbindung mit Weizen, Roggen oder Triticale, dass genügend Rohfaser in der Mischung ist. Bei Mastschweinen sollte ein Wert von 3,5 Prozent nicht unterschritten werden, für die Darmgesundheit sind höhere Werte förderlich. Außerdem ist bei CCM-reichen Rationen auf eine ausreichende Versorgung mit Tryptophan zu achten, da Mais arm an dieser essenziellen Aminosäure ist. Da das Maisfett hohe Anteile mehrfach ungesättigter Fettsäuren (Polyensäuren) enthält, wird immer wieder auf den Einfluss auf die Speckkonsistenz hingewiesen.
 
Ob CCM bedingt durch den Silierprozess allerdings genauso wie der Körnermais wirkt, ist nicht ganz geklärt. In einem Mastversuch der Landwirtschaftskammer Niedersachsen mit 50 Prozent Körnermais war zwar der Richtwert für den Anteil an Polyensäuren im Nackenspeck überschritten, grob sensorisch betrachtet gab es aber keine Auffälligkeiten.
 

Was darf CCM kosten?

Da CCM überwiegend für den Eigenbedarf angebaut wird, ist es schwierig, den richtigen Preis zu finden. Zum einen kann er anhand des Körnermaispreises ermittelt werden, zum anderen am Preis einer Vergleichsmischung. Werden z.B. Weizen und Sojaschrot als Vergleichsfuttermittel zugrunde gelegt und wird auf Basis ME und Lysin gerechnet, ergeben sich folgende Preise für ein CCM mit 62,4 Prozent TS und 15,8 ME/kg TS. Beispielsweise ist hiernach 1 Dezitonne CCM 12,10 Euro je Dezitonne wert, wenn Weizen 18 Euro und Sojaschrot 46 Euro je Dezitonne kosten. Dabei sind die Kosten für die Vermahlung von Weizen noch nicht berücksichtigt. Die Kalkulation zeigt, dass Sojaschrot die Preiswürdigkeit von CCM nur wenig beeinflusst. Hingegen steigt der CCM-Preis um etwa 0,75 Euro je Dezitonne, wenn Weizen 1 Euro je Dezitonne teurer wird.
 

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