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Krisen

Corona-Hilfspakete für Schweinehalter in Österreich und Frankreich

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am Donnerstag, 03.02.2022 - 09:00 (Jetzt kommentieren)

Die Regierungen in Frankreich und Österreich haben Hilfspakete für ihre Schweinehalter geschnürt. Hintergrund ist die anhaltende Corona-Pandemie.

In Frankreich teilte das Landwirtschaftsministerium mit, dass in Abstimmung mit der Branche und den Agrarbanken bis zu 270 Mio. Euro für die Tierhalter bereitgestellt werden soll. Maximal 75 Mio. Euro dienen als Soforthilfe und sollen als direkte Zuschüsse an Betriebe mit starken Liquiditätsproblemen, die bereits ein staatliches Darlehen beantragt haben, ausgezahlt werden. Jeder Betrieb soll innerhalb von zwei Wochen 15.000 Euro erhalten.

Weitere 175 Mio. Euro dienen demnach als Corona-Hilfen zur Strukturierung der Branche. Sie sollen nach der Notifizierung an die Europäische Kommission ausgezahlt werden. Das Ministeriums will diese Zahlungen an Lieferverträge nach dem jüngsten Gesetz zur Stärkung der Erzeuger binden. Konkrete Kriterien sollen in Absprache mit den Branchenverbänden bis zum 15. Februar erarbeitet werden. Mit den verbleibenden 20 Mio. Euro will Paris die Schweinehalter schließlich von Sozialabgaben entlasten.

Frankreich appelliert: EU-Hilfen "absolut notwendig"

Flankierend zum Hilfspaket will sich Frankreich in Brüssel für Unterstützungsmaßnahmen auf europäischen Niveau einsetzen. Das Ministeriums sieht Beihilfen für die Private Lagerhaltung (PLH) und andere Eingriffe als „absolut notwendig“, um den Markt zu entlasten.

Ferner soll der Absatz von Schweinefleisch über Werbemaßnahmen und Exportförderung angekurbelt werden sowie das Volumen von durch den Staat abgesicherten Darlehen ausgeweitet werden. Verstärkt werden soll außerdem die Prävention gegen die Afrikanische Schweinepest (ASP).

Nochmal 20 Mio. Euro für österreichische Schweinehalter

Österreich will den „Verlustersatz für indirekt Betroffene in der Landwirtschaft“ verlängern. Für die Regierung ist das eine wirksame Maßnahme zu Unterstützung der Bäuerinnen und Bauern.

Die Betriebe und Betriebszweige in der Landwirtschaft sind unterschiedlich hart vom Einbruch ihrer Absatzmöglichkeiten betroffen. Deshalb wird der Verlust für die Betriebszweige einzeln pauschal berechnet. Ist ein Verlust von mindestens 30 Prozent des Deckungsbeitrages gegeben, werden 70 Prozent des errechneten Verlustes als Zuschuss gewährt.

Aktuell kann dieser Verlust für die Produktionskategorien Schweinemast und Zuchtsauenhaltung des Betriebszweiges Schweinehaltung nachgewiesen werden. Exakte Beträge je Mastschwein oder Zuchtsau werden im April 2022 vorliegen. Das Gesamtvolumen des zweiten Pakets beträgt 20 Mio. Euro. Damit können Einkunftsverluste aufgrund COVID-bedingter Einnahmenausfälle teilweise ersetzt werden. Der Verlustersatz für die indirekt Betroffenen in der Landwirtschaft kann ab April 2022 beantragt werden.

Mit Material von AgE, Bundesministerium für Landwirtschaft, Regionen und Tourismus Österreich

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