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Russland

Corona-Hilfsprogramm: Russland verschenkt Ferkel an Landbevölkerung

Ferkel in Nahaufnahme
am Montag, 01.06.2020 - 05:00 (Jetzt kommentieren)

In Russland steigt aufgrund der Coronakrise die Arbeitslosigkeit. Die Regierung will die Landbevölkerung mit Ferkeln unterstützen.

In Russland steigt aufgrund der Corona-Pandemie die Arbeitslosigkeit stark an. In den letzten Wochen hat sich die Arbeitslosenquote verdoppelt. Laut Experten könne die Zahl der arbeitslosen Bürger auf bis zu 9 Mio. ansteigen. Vor allem die Landbevölkerung leidet unter der Situation. Um hier die Folgen der Pandemie abzumildern, greift die Regierung zu einem ungewöhnlichen Mittel: Jeder Bürger in der Region Kurgan nördlich von Kasachstan und östlich des Uralgebirges soll zwei Ferkel geschenkt bekommen - samt Futtervorrat.

Mit dieser Maßnahme will die Regierung alternative Einkommensquellen fördern und die Nahrungsmittelversorgung sicherstellen. Das berichtet das Fachmagazin Pig Progress und bezieht sich dabei auf eine Presseerklärung von Vadim Shumkov, Gouverneur der Region Kurgan. Laut Shumkov sollen alle Bürger einen Anspruch auf zwei Ferkel haben, auch die, die keine Erfahrung in der Tierhaltung haben.

Geschenkte Schweine können Biosicherheit gefährden

Der Vorsitzende des Russischen Verbands der Schweinehalter, Sergey Kovalev, hält nichts von dem Vorhaben der Regierung. Das teilte er der lokalen Zeitschrift Agroinvestor mit. Er befürchtet, dass mit dieser Maßnahme die Hinterhofhaltung von Schweinen gefördert wird. In den letzten 20 Jahren war die Zahl dieser einfachen, nicht kontrollierten Haltung in Russland deutlich zurückgegangen. So konnte neben dem Aufbau einer effizienteren Schweinefleischerzeugung auch die Seuchenproblematik verringert werden.

Kovaley warnt bei einem Anstieg der Hinterhofhaltung vor einem Ausbruch der Afrikanischen Schweinepest (ASP). Gleichzeitig könne dies die Bemühungen Russlands im Schweineexport nach Südostasien gefährden. Bisher erhielt das Land die Erlaubnis, Schweinefleisch in die Mongolei, nach Hongkong und Vietnam zu liefern. Die Verhandlungen zum Export nach China dauern noch an. Es wäre eine schlechte Idee, Maßnahmen zu ergreifen, die die ASP-Situation in Russland verschlechtern könnten, erklärt Kovalev.

Mit Material von Pig Progress

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