Login

Das ist ein Artikel vom Top-Thema:

USA und Kanada

Corona-Krise: Landwirte müssen Schweine töten

Schweinefarm in Nordamerika
am Montag, 27.04.2020 - 15:19 (Jetzt kommentieren)

Immer mehr Schlachthöfe in den USA und Kanada müssen schließen, Landwirte können ihre Mastschweine nicht verkaufen und müssen sie stattdessen töten.

Aufgrund der Corona-Krise schließen einige der größten Schlacht- und Verarbeitungsbetriebe in den USA und Kanada ihre Schlachtstätten. Schweinehalter sehen sich gezwungen, ihre schlachtreifen Tiere zu töten, da sie sie nicht vermarkten können.

Laut Rick Bergmann, Vorsitzender des Canadian Pork Council, sei dies im Osten Kanadas bereits geschehen. In Minnesota könnten es in den nächsten Wochen 200.000 Mastschweine sein, die nicht an den Schlachthof gehen, sondern so getötet werden. Die Kadaver würden einfach vergraben oder verbrannt.

Historisches Preistief aufgrund von Corona

„Diese Situation ist inakzeptabel, es muss etwas getan werden“, sagt Rick Bergmann, der selbst Landwirt ist. Die Preise seien wie in den USA auf einen historischen Tiefstand gefallen. Die Pandemie bringt Bauernfamilien und deren Existenzgrundlage in Gefahr. Sie rechnen damit, dass sie pro verkauftes Schwein im Jahr 2020 im Schnitt 30 bis 50 kanadische Dollar verlieren würden. Das würde insgesamt einen Verlust von 675 Mio. kanadische Dollar (622 Mio. Euro) bedeuten.

Rick Bergmann bittet die kanadische Regierung deshalb um eine Sofortzahlung von 20 CA-Dollar pro Schwein. Nur so könnten die Familienbetriebe ihre Rechnungen bezahlen, ihre Tiere füttern und weiterhin Nahrungsmittel erzeugen.

Die Regierung hätte zwar gesagt, dass die Ernährungssicherheit Priorität habe, aber bislang wenig konkrete Unterstützung für Kanadas Lebensmittelproduzenten angeboten.

In Deutschland gibt es bislang keine Absatzkrise und alle Schlachtunternehmen arbeiten wie gewohnt weiter. Aber die Preise sinken auch hier.

Mit Material von Euromeat, Bloomberg

Kommentare

agrarheute.comKommentare werden geladen. Bitte kurz warten...