Login

Das ist ein Artikel vom Top-Thema:

Update: Lockdown USA

Corona-Krise: USA droht Fleischknappheit

Smithfieldwerk in South Dakota
am Mittwoch, 22.04.2020 - 10:39 (1 Kommentar)

Einige der größten Fleischverarbeiter in den USA mussten aufgrund der Corona-Krise ihre Werke schließen. Jetzt fürchten sie eine Fleischknappheit. Die Schweinehalter erwägen sogar das Töten von Ferkeln.

Smithfield Foods, der weltgrößte Schweinefleischverarbeiter, schließt sein Werk in Sioux Falls auf unbestimmte Zeit, nachdem dort 238 der rund 3.700 Beschäftigten an dem Corona-Virus erkrankt sind.  Auch andere große amerikanische Fleisch- und Geflügelverarbeiter wie Tyson Foods und Cargill Inc haben den Betrieb bereits eingestellt.

Update: Inzwischen musste Smithfield Foods zwei weitere Werke in den USA schließen. Das Tochterunternehmen der chinesischen WH-Group wurde die Arbeit zuletzt in einem Werk für die Bacon- und Wurstherstellung in Cudahy/Wisconsin sowie in einem Betrieb in Martin City/Missouri zur Erzeugung von Schinken gestoppt.

Lesen Sie in unserem Topthema, wie sich das Coronavirus auf die gesamte Agrarbranche auswirkt.

Katastrophale Auswirkungen auf Lieferkette befürchtet

Smithfilds Chef Ken Sullivan warnte gleichzeitig, dass die Schließung dieses und anderer Werke zu einer Fleischknappheit in den USA führen könnte. Das Schweinefleischverarbeitungswerk in South Dakota sei eines der größten im Land und mache alleine 4 bis 5 Prozent der US-Schweinfleischproduktion aus. 

Laut Ken Sullivan würden die Betriebsschließungen schwerwiegende, vielleicht katastrophale Auswirkungen auf viele in der Lieferkette, vor allem aber auf die Nutztierhalter in den USA haben.

Schweinehalter erwägen das Töten von Ferkeln

Laut Business Insider hätten Landwirte bereits ihre Sorge geäußert, dass sie aufgrund der Schlachthofschließungen möglicherweise Ferkel töten und entsorgen müssten. Auslöser seien die aufgrund der Corona-Pandemie geschlossenen Schlachthöfe und die gesunkene Nachfrage im Inland durch Restaurants sowie auf den der internationalen Märkten. Insgesamt würden die Schweinepreise drastisch fallen.

So sagte der Präsident des National Pork Producers Council (NPPC - Nationaler Rat der Schweineproduzenten), die Zahl der eingeschläferten Ferkel werde "dramatisch ansteigen", wenn die Regierung nicht eingreife. Landwirte würden erwägen, Schweine zu töten, um Verluste zu verringern.

Die Industrie könne bis zu 5 Mrd. US-Dollar (4,58 Mrd. Euro) verlieren, Landwirte bei den sinkenden Preisen umgerechnet rund 34 Euro je verkauftes Schwein. Deshalb fordert die NPPC die Regierung auf, für mehr als 1 Mrd. US-Dollar Fleischkäufe zu tätigen und diese den nationalen Lebensmitteltafeln zur Verfügung zu stellen.

Zudem bemüht sich die Organisation um gerechte Direktzahlungen für Schweinefleischerzeuger und um die Möglichkeit für Familienbetriebe, Notfallkredite aufnehmen zu können.  

Mit Material von Pig World, Business Insider

Kommentar

agrarheute.comKommentare werden geladen. Bitte kurz warten...