Login
Zucht

Dänische Schweinezucht justiert Zuchtziele neu

von , am
30.07.2015

Das dänische Zuchtprogramm DanAvl hat seine Zuchtziele angepasst. Futterverwertung und Magerfleischanteil werden jetzt bei den Schweinen höher gewertet. Ebergeruch bleibt noch außen vor.

© Vladimir Mucibabic/fotolia.de
Im Zuchtziel 2015 wurden laut DanAvl Merkmale optimiert, die Einfluss auf eine ganzheitliche Verbesserung der Wirtschaftlichkeit für den Produzenten haben. Das Zuchtprogramm des Danish Pig Research Centre (Dänisches Kompetenzzentrum für Schweineproduktion) hat dabei berechnet, welche bisherigen Merkmale überprüft und eventuell korrigiert werden müssen und welche neu in das Zuchtziel aufgenommen werden oder nicht. Mithilfe seines Simulationsprogramms hat DanAvl dann berechnet, welche wirtschaftlichen Gewichtungen dafür innerhalb des Zuchtziels vorgenommen werden müssen.
 
DanAvl schätzt regelmäßig alle drei bis vier Jahre ein, ob ein Zuchtziel revidiert werden muss, etwa um neue Merkmale oder erhebliche wirtschaftliche Veränderungen in der Schweineproduktion zu berücksichtigen. Hier die größten aktuellen Änderungen:

Duroc: wirtschaftliche Gewichtung des Zuchtziels

Mutterlinie DanAvl Landrasse/ DanAvl Yorkshire © Werkbild
Bei Duroc sind die Gewichtungen bei
  • der Futterverwertung und
  • dem Magerfleischanteil
nun höher als in der Vergangenheit.
 
Reduziert wurden hingegen der Einfluß von
  • LF5 - lebende Ferkel pro Wurf nach fünf Tagen - und
  • der Tageszunahme im Bereich zwischen 30 bis 118 kg
Ebenfalls geringer gewichtet werden nun die Merkmale Fundament und Langlebigkeit.

Zuchtmerkmal Ebergeruch noch in der Überprüfung

Eberlinie DanAvl Duroc © Werkbild
Auch das Merkmal Ebergeruch wurde überprüft. Das Ergebnis der Simulation sei gewesen, dassEbergeruch noch nicht die Kriterien erfüllt, um in das Zuchtziel aufgenommen zu werden. Der Vorstand des Danish Pig Research Centre (Dänisches Kompetenzzentrum für Schweineproduktion) habe so entschieden, weil nicht klar sei, wie gegen Ebergeruch gezüchtet werden kann. So gebe es keine auf ein Gen beschränkte Lösung in der Zucht. Auch sei nicht geklärt, wie Ebergeruch "gemessen" wird:
  • mithilfe eines menschlichen "Nasen-Scores" (Bewertung des Geruchs durch geschultes Personal) oder
  • anhand der vorhandenen Menge chemischer Verbindungen wie Skatol oder Androstenon, die den Ebergeruch verursachen.
Ferner gebe es noch einige Unklarheiten in der Definition dieser spezifischen Eigenschaft.
 
Deshalb arbeitet DanAvl jetzt mit anderen EU-Zuchtprogrammen zusammen. Ziel der Kooperation sei es, eine Abstimmung innerhalb der EU zu erreichen und ein gemeinsames Preismodell zu entwickeln, auf dessen Basis das Zuchtziel präziser definiert werden kann.
Auch interessant