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Tierwohl

Dänischer Agrarminister unzufrieden mit dänischer Schweinehaltung

Dänische Flagge
© pixabay.com
von am
03.01.2018

Dänemarks Landwirtschaftsminister ist unzufrieden mit dem Tierschutz in der dänischen Schweinehaltung und will daher die Kontrollen ausbauen.

Bei einem Drittel aller Stallbesuche in dänischen Schweinehaltungsbetrieben wurden im Jahr 2016 Sanktionen wegen Verstößen gegen die geltenden Tierschutzbestimmungen verhängt. Das geht aus den Ergebnissen des Tierschutz-Checks der nationalen dänischen Veterinär- und Lebensmittelbehörde hervor, berichtet Agra Europe. Bemängelt worden sei dabei nach Angaben des Kopenhagener Landwirtschaftsministeriums überwiegend ein ungenügender Zugang der Tiere zu Beschäftigungsmaterialien und Fehler beim Umgang mit erkrankten Tieren.

Tierwohl stärker in den Fokus

Der dänische Minister Esben Lunde Larsen stellte fest, dass die Fallzahlen im Vergleich zum Vorjahr nahezu unverändert geblieben seien. Ungeachtet dessen komme es nach seiner Überzeugung zu oft zu Verstößen gegen das Tierwohl. Hier könnten und müssten die dänischen Tierhalter noch besser werden. Dazu werde man 2018 im Rahmen der laufenden Audits den Fokus verstärkt auf den Tierschutz bei Schweinen legen.

Zu viele gekürzte Schwänze

Nachholbedarf sieht der Minister auch beim Verzicht auf das Schwänzekupieren. Ihm zufolge ist der Anteil gekürzter Schwänze bei den Schweinen in dänischen Ställen nach wie vor zu hoch. Um die Zahl unversehrter Tiere zu erhöhen, müssten erst alle möglichen Begleitmaßnahmen umgesetzt werden, bevor das Messer angesetzt werde, so Esben Lunde Larsen. Die Tierhalter sollten deshalb in Zukunft vor dem Kupieren schriftlich nachweisen, dass alle alternativen Maßnahmen zur Vermeidung von Schwanzbeißen erfolglos geblieben seien.

Mit Material von ISN.

Schweinemast: 10 Tipps für mehr Tierwohl im Stall

Tipp 1: Großgruppen bieten folgende Vorteile: Der Platz pro Tier ist derselbe wie in Kleingruppen, aber jedes einzelne Schwein hat mehr Raum zur Verfügung, um sich frei zu bewegen. © Hungerkamp
Tipp 2: Ein automatisches Filterverfahren kann helfen, die Luft im Stall frisch zu halten. Lüftungsklappen sorgen für frische Luft und ein optimales Stallklima. © Hungerkamp
Tipp 3: Für einen komfortablen Boden sind Kunststoff-Elemente, die eine hygienische Oberfläche besitzen eine Lösung. Sie sollen robust und leicht zu reinigen sein. © Hungerkamp
Tipp 4: Kleine Mengen an Sonnenblumenkernhülsenkönnen als Einstreu verwendet werden. Die Mastschweine spielen, suhlen und liegen in der Einstreu. © Hungerkamp
Tipp 5: Je nach Lebendgewicht trinken die Mastschweine täglich 3 bis 10 Liter Wasser. Um die Zufuhr sicher zu gewährleisten, sollen genügend Tränken im Stall verteilt sein. © Hungerkamp
Tipp 6: Schweine sind neugierige Tiere und beschäftigen sich gerne. Zur Beschäftigung können bewegliche und veränderbare Materialien im Stall aufgehängt werden. © Hungerkamp
Tipp 7: Eine weitere Beschäftigungsmöglichkeit bietet das Raufutter - am besten Heu. Zirka 90 Prozent davon wird von den Schweinen aufgefressen. © Hungerkamp
Tipp 8: Eine Schweinedusche im Stall kann zum Abkühlen oder einfach zum Spielen dienen. Die Schweine lassen sich gerne besprühen. © Hungerkamp
Tipp 9: Ein einfacher Holzstamm kann den Schweinen als Scheuerbalken dienen. Die Schweine nagen sehr gerne am Holz, vor allem,wenn noch Rinde vorhanden ist. © Hungerkamp
Tipp 10: Eine Bade- und Suhlmöglichkeit im Stall weckt und befriedigt die neugier der Schweine. Die Schweine baden, spielen und suhlen sich sehr gerne in einer Wanne. © Hungerkamp

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