Login
DBV-Pressekonferenz

DBV fordert 70 Prozent aller Wildschweine zu schießen

Wildschwein-Zielscheibe
Thumbnail
Anke Fritz, agrarheute
am
12.01.2018

Der Deutsche Bauernverband fordert in Berlin, die Jagd auf Schwarzwild zu erhöhen, und beziffert den möglichen wirtschaftlichen Schaden für Schweinehalter.

Mit Bestandsreduzierung ASP vorbeugen

Zur Vorbeugung gegen die sich in Osteuropa ausbreitende Afrikanische Schweinepest fordert der Deutsche Bauernverband den Abschuss von 70 Prozent der in Deutschland bestehenden Wildschweinpopulation. 600.000 würden jedes Jahr geschossen, ohne dass sich die Population verringert. Auf einer Pressekonferenz in Berlin stellte der DBV weitere Präventivmaßnahmen vor und bezifferte die wirtschaftlichen Folgen durch einen möglichen Ausbruch der Afrikansichen Schweinepest.

ASP würde zu dramatischem Preisverfall am Schweinemarkt führen

„Bereits das Auftreten im Wildschweinbestand würde bedeuten, dass kein Schweinefleisch mehr in Drittländer, also in Länder außerhalb der EU, exportiert werden kann. Diese Restriktionen würden somit zu einem dramatischen Preisverfall im deutschen Schweinemarkt führen.

Für unsere Schweinehalter könnten die Verluste geschätzt zwei bis drei Milliarden Euro pro Jahr bedeuten. Mit Folgekosten für die vor- und nachgelagerten Bereiche und für die eigentliche Seuchenbekämpfung würden Kosten in zweistelliger Milliardenhöhe entstehen. Dies würden viele Betriebe nicht verkraften“, erklärte Schwarz.

Der Mensch als Überträger der ASP

„Die Branche mit ca. 120.000 Erwerbstätigen in knapp 24.000 Betrieben mit Schweinehaltung ist in großer Sorge vor einem Einschleppen der Tierseuche. Übertragen wird die Afrikanische Schweinepest durch direkten Tierkontakt, aber auch durch Speiseabfälle oder über kontaminierte Gegenstände wie Fahrzeuge, Geräte, Kleidung.

Deshalb bergen der Tourismus und grenzüberschreitendes Transportwesen ein hohes Gefährdungspotential. Weggeworfene Essensreste können von Wildschweinen aufgenommen werden, so dass sich die Seuche schnell über große Strecken verbreitet und auch nach Deutschland kommen könnte“, stellte Schwarz fest.

Auch interessant