Das ist ein Artikel vom Top-Thema:

Ferkelkastration

DBV fordert einheitliche QS-Regeln für Ferkel aus dem Ausland

Ferkel werden zum Verladen getrieben
am Dienstag, 04.08.2020 - 15:08 (Jetzt kommentieren)

DBV-Präsident Joachim Rukwied kritisiert ausländische Ferkel, die nicht den deutschen Standards entsprechen, und fordert einheitliche QS-Regelungen.

Zur Diskussion über die Anforderungen an ausländische Ferkel-Lieferanten im QS-System fordert der Präsident des Deutschen Bauernverbands (DBV), Joachim Rukwied, verbindliche und vor allem einheitliche Tierschutz-Anforderungen für sämtliche Herkünfte. 

„Unsere Tierschutz-Standards sind Teil einer guten Prozessqualität in der Fleischerzeugung. Für das System QS ist es eine Frage der Glaubwürdigkeit, im Zuge des Ausstiegs aus der betäubungslosen Ferkelkastration eine Regelung dafür konsequent umzusetzen, die auch Lieferungen aus anderen europäischen Ländern einbezieht. Unsere Tierhalter fordern eine verbindliche, systemweit gültige Liste von zugelassenen Verfahren, die den Ansprüchen des deutschen Tierschutzrechtes genügen", erklärt er. 

Dabei stünden insbesondere die Marktpartner in der Fleischwirtschaft und im Lebensmitteleinzelhandel mit in der Verantwortung. „Aus unserer Sicht ist es nicht vermittelbar, wenn Betäubungsverfahren, die gegen deutsches Recht verstoßen, über Lieferungen von Tieren oder Fleischerzeugnisse aus anderen Mitgliedstaaten ihren Weg in die Fleischtheken finden können", erklärt Rukwied weiter.

Thünen-Institut: Wettbewerbsfähigkeit der Kastrationsmethoden im internationalen Vergleich

Ab dem 1. Januar 2021 dürfen Ferkel in Deutschland nicht mehr ohne Betäubung kastriert werden. Nach dem jetzigen Stand sind ab diesem Zeitpunkt nur noch die Verfahren Ebermast, Immunokastration und Kastration unter Vollnarkose zulässig.

Das Thünen-Institut für Betriebswirtschaft berechnete die betriebswirtschaftlichen Auswirkungen der betäubungslosen Ferkelkastration. Unter Verwendung der agri benchmark Daten haben die Wissenschaftler einen internationalen Vergleich von Dänemark, Deutschland und den Niederlanden unter Berücksichtigung der nationalen Tierschutzbestimmungen gemacht, um Rückschlüsse auf die Veränderungen der Wettbewerbsfähigkeit zu ziehen.

Kommentare

agrarheute.comKommentare werden geladen. Bitte kurz warten...