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Ferkelkastration

DBV-Veredelungstag: Jetzt handeln!

Aktion-Veredlungstag-2018
am Donnerstag, 20.09.2018 - 19:03 (Jetzt kommentieren)

Den Schweinehaltern steht das Wasser bis zum Hals. Auf dem DBV-Veredelungstag machten viele Landwirte ihrem Unmut Luft. Sie sehen derzeit keine Perspektiven.

Dr. Aeikens, BMEL-Staatssekretär

Rund 400 Schweinehalter fordern von der Politik bessere Perspektiven für ihre Betriebe. Das machten sie auf dem DBV-Veredelungstag 2018 im mittelfränkischen Röthenbach mehr als deutlich. Ihre Unzufriedenheit bekam Dr. Hermann Onko Aeikens Staatssekretär im Bundesagrarministerium zu spüren.

Ferkelerzeuger übten heftige Kritik, dass die Politik bisher nicht in der Lage sei, beim Verbot der betäubungslosen Ferkelkastration die Voraussetzungen zu schaffen, die Kastration per Lokalanästhesie zu ermöglichen. Staatsekretär Aeikens blieb zum Motto des DBV-Veredlungstages „Wo sind die Perspektiven für deutsche Schweinehalter?“ etliche Antworten schuldig, meinten anwesende Tierhalter.

In einer gemeinsamen Aktion hielten die Landwirte Plakate in die Luft, auf denen deutlich zu sehen war, dass „Drei vor 12“ ist. So behandelt der Bundesrat morgen (21. September) den niedersächsischen Antrag auf eine Fristverlängerung des Verbotes der betäubungslosen Kastration um zwei Jahre. Eine Mehrheit der Stimmen für den niedersächsischen Antrag war auf dem Veredelungstag noch nicht zu erkennen.

Um seinen Forderungen mehr Nachdruck zu verleihen, hat der Deutsche Bauernverband eine Demomnstration vor dem Bundesrat angekündigt.

Hoffen auf Bundesrat

Heidl-Veredelungstag2018

Umso massiver forderte der Präsident des Bayerischen Bauernverbandes, Walter Heidl, fordert, bei der Ferkelkastration doch noch eine praktikable Lösung für die deutschen Schweinezüchter zu erreichen:Bei der Ferkelkastration setzen wir darauf, dass der Bundesrat morgen für eine Fristverlängerung stimmt, um den Weg für die Methode der Lokalanästhesie zu ermöglichen. Die Politik darf die Sauenhalter in dem aktuellen Dilemma, dass es bis jetzt noch kein in der Fläche praxistaugliches Verfahren gibt, nicht allein lassen.“

Die Fristverlängerung müsse Schweinehaltern die nötige Zeit geben, dass die lokale Betäubung auch in Deutschland eine Chance bekomme, wie beispielsweise in Dänemark.
 

Schweinehalter stehen unter großen Druck

Rukwied-DBV-Veredelungstag2018

Gesetzliche nationale Sonderwege bei Haltungsanforderungen, hohe Investitionen und Blockaden beim Bau- und Genehmigungsrecht, ein scharfer innereuropäischer Wettbewerb und die Bedrohung durch die Afrikanische Schweinepest - die deutsche Schweinehaltung steht laut DBV-Präsident Joachim Rukwied unter gewaltigem Druck.

„Die derzeitigen politischen Rahmenbedingungen rauben den schweinehaltenden Betrieben die Möglichkeit, im europäischen Wettbewerb mithalten zu können.

Die Gefahr von Strukturbrüchen ist hoch. So besagt beispielsweise, dass sich die Zahl der Sauenhalter in den kommenden Jahren alleine in Niedersachsen nochmals halbieren könne. „Die Schweinehaltung muss ein Fundament der deutschen Landwirtschaft bleiben!“ Mit dieser Forderung schloss Rukwied seine Rede.

Keine Parteipolitik auf dem Rücken der Bauern betreiben

Röring-DBV-Veredelungstag2018

DBV-Veredelungspräsident Johannes Röring bemerkte, dass bereits seit 2005 rund zwei Drittel der Sauenhalter ihren Betrieb aufgegeben haben. Afrikanische Schweinepest (ASP), Ferkelkastration und neue Haltungsvorgaben haben die Sprengkraft, die Ferkelerzeugung in Deutschland ins Aus zu führen, befürchtet Röring.

Er machte Staatssekretär Aeikens unmissverständlich klar, „keine Parteipolitik mit den drei wichtigen K´s zu betreiben. Das geht nicht,“ so Röring. Die drei K´s sind Kastration, Kastenstand und Kupieren. Die Fristverlängerung um zwei Jahre müsse her, und in den zwei Jahren habe die Politik für eine Lösung zu sorgen, damit die Lokalanästhesie bei der Ferkelkastration möglich sei.

„Wir Schweinehalter sind bereit, uns zu verändern, aber wir schaffen uns nicht ab“. Damit trat Röring der Auffassung bestimmter NGOs und Politikern entgegen, die Schweinehaltung in Deutschland deutlich verringern zu wollen.

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