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Dioxin-Skandal: Schweinbranche fuhr 100 Millionen Euro Verlust ein

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von , am
26.05.2011

Berlin - Deutsche Schweineproduzenten haben am stärksten unter dem Dioxin-Skandal gelitten. Pro Schlachtsau verdienten sie 42,50 Euro weniger.

© Mühlhausen/landpixel
Die deutschen Schweinefleischerzeuger haben finanziell am stärksten unter den Auswirkungen des Dioxinskandals zu Beginn dieses Jahres gelitten, das geht aus einem Bericht von Dow Jones News hervor. Demnach kam es Schätzungen zufolge bis Ende Januar 2011 zu marktbedingten Preisrückgängen von rund 100 Millionen Euro. Etwa drei Viertel davon sollen sich als direkte Schäden aus dem Dioxinskandal für die Schweinebranche aufaddieren.
 
Diese Einbußen resultieren vor allem aus einem Mindererlös je vermarktetem Mastschwein in Höhe von 23 Euro. Bei rund einer Million geschlachteter Schweine pro Woche im Januar ergeben sich über einen Zeitraum von drei Wochen Einnahmeausfälle von 69 Millionen Euro.

Ferkelpreise sinken um zehn Euro je Tier

Hinzu werden dioxinbedingte Ferkelpreisrückgänge in Höhe von zehn Euro pro Ferkel gezählt. Diese werden jedoch nicht voll angerechnet, da sie die Schweinemäster auf der Kostenseite entlasteten.
 
Die Mindererlöse je Schlachtsau werden mit 42,50 Euro angegeben und ergeben bei durchschnittlich 25.000 vermarkteten Schlachtsauen entgangene Einnahmen in Höhe von 1,06 Millionen Euro pro Woche beziehungsweise 3,18 Millionen Euro bis Ende Januar.
 
Durch die Sperrung von Betrieben wurde die Intensität der Fütterung zurückgenommen, was wiederum die täglichen Zunahmen der Tiere reduzierte und die Mast verlängerte. So seien je gesperrtem Tier pro Tag zusätzliche Verluste von 23 Cent aufgelaufen. 

DBV: Aufbereitung noch nicht erledigt

Für den Deutschen Bauernverband ist die Aufbereitung des Dioxin-Falles noch nicht erledigt. Am gestrigen Mittwoch hatte der Bundestag zur Novelle des Lebensmittel- und Futtermittelgesetzbuches beraten.  Die Bemühungen um mehr Transparenz und Lebensmittelsicherheit in der Futtermittelkontrolle wertet der DBV positiv.
 
Allerdings dürfe der Gesetzgeber bei der Aufarbeitung des Dioxinfalles nun nicht auf halbem Wege stehen bleiben. Es sei nicht nachvollziehbar, dass weder Bundesregierung noch Parlament bisher der Forderung nach der Festsetzung einer Versicherungspflicht für Futtermittelunternehmen auf der Grundlage einer umfassenden Gefährdungshaftung nachgekommen sind. Damit könnten die im jüngsten Dioxinfall deutlich gewordenen Haftungs- und Versicherungslücken zum Schutz der schuldlos betroffenen landwirtschaftlichen Betriebe konsequent geschlossen werden.
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