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DLG nutzt Thermographie bei der Prüfung von Ferkelheizplatten

von , am
31.10.2009

Frankfurt am Main - Das Energiesparen ist zu einem zentralen Brennpunkt geworden. Daher erhalten geeignete Maßnahmen zum Sparen von Heizkosten und zur effektiveren Nutzung von Energie große Bedeutung.

© agrarfoto.com

Höchste Energieansprüche bestehen zum Beispiel in der Ferkelhaltung, wo insbesondere in den ersten Lebenswochen das Ferkelnest optimale Wachstumsbedingungen für den labilen Wärmehaushalt des Ferkels schaffen muss. Mit Bodenheizplatten, Strahlungsheizungen und Abdeckungen in Kombination mit Heizrohren bis hin zu Gasstrahlern und Infrarot-Wärmelampen kann dies erreicht werden.

Allerdings lassen sich bei den einzelnen Verfahren immer wieder Wärme durchlässige Bereiche feststellen, die zu unnötigen Energieverlusten führen. Das Testzentrum Technik der DLG (Deutsche Landwirtschafts-Gesellschaft) nutzt jetzt im Rahmen des SignumTests und des FokusTests "Wärmeverteilung" die moderne Thermographie mit Wärmebildern, um Wärme durchlässige Bereiche bei Ferkelheizplatten noch präziser aufzudecken. Aus den Prüfergebnissen lassen sich geeignete Verbesserungsmaßnahmen ableiten, um Heizkosten zu sparen und Energie effektiver zu nutzen. Mit dem neuen DLG-Testverfahren erhalten die Hersteller von Ferkelheizplatten eine hervorragende Möglichkeit zur Überprüfung der Leistungsaufnahme und der Wärmeverteilung.

Effekt auf die Ferkel wird nachgestellt und überprüft

Das Messprinzip basiert auf der Umwandlung von langwelliger Infrarotstrahlung in elektrische Signale durch eine Wärmebildkamera, auch Thermographiekamera, genannt. Jeder Körper oberhalb des absoluten Nullpunktes von -273,15°C sendet die für das menschliche Auge unsichtbare Infrarot-Strahlung aus. Die Strahlung wird auch als Wärmestrahlung bezeichnet. Mit Hilfe der Kamera lassen sich digitale Bilder erstellen, die sehr genaue Informationen über die Wärmeabstrahlung einer Oberfläche geben können. Um exakte Messwerte zu erhalten, müssen verschiedene Parameter berücksichtigt werden. Neben der Strahlung, die das Messobjekt abgibt, müssen die Reflexion der Umgebungsstrahlung und die Transmission (Durchlässigkeit) von Strahlung durch das Messobjekt berücksichtigt werden.

Neue Methode deckt Wärme durchlässige Bereiche präziser auf

Ein Programm ermittelt aus den gewonnenen Messdaten die Oberflächentemperatur. Wie viel Infrarotstrahlung durch ein Material emittiert, also ausgesendet wird, hängt weniger von der Farbe ab, wie häufig angenommen, als vielmehr von der Messoberfläche, wie deren Struktur, Verschmutzung oder Beschichtung. Durch die Flächenmessung erfolgt eine gleichzeitige Erfassung der kompletten Heizplatte. Aufwändiges Abrastern der Platte, zum Beispiel in 3 x 3 cm Abständen, gehört seit einiger Zeit der Vergangenheit an. Die exakte Momentaufnahme ist besonders bei Elektroheizplatten entscheidend: Hier kann sogar eine Charakterisierung der einzelnen Nachheizphasen erzielt werden. Die Ermittlung der richtigen Einstellungen wird von den DLG-Ingenieuren gesichert. (pd)

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