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Zucht

Ebermast: Geruchsarmer Ebertyp gezüchtet

von , am
21.03.2012

Der Ebergeruch, der Fleisch unkonsumierbar macht, ist ein großes Problem in der Ebermast. Ein neuer Ebertyp könnte helfen: Unternehmensangaben zufolge riechen seine Nachkommen kaum.

In Spanien standen 2016 erneut mehr Schweine im Stall. Allerdings sinkt auch dort die Anzahl der Zuchtsauen. © Mühlhausen/landpixel
Seit Jahren arbeiten Wissenschaftler, Tierzuchtunternehmen und Schlachter an einer Reduzierung des Ebergeruchs in der Zucht. Damit reagieren sie auf den längerfristig geplanten Ausstieg aus der Ferkelkastration.
 
Das Tierzuchtunternehmen German Genetic teilt nun mit, dass es ab dem 1. April 2012 mit "Inodorus" einen zertifizierten Ebertyp anbieten kann, der sich bei gleichbleibenden sonstigen wirtschaftlich relevanten Parametern in der Vererbung des Ebergeruchs an seine Söhne "entscheidend vom Durchschnitt der Population abhebt". Beim Einsatz des Inodorus sei aus statistischer Sicht die Wahrscheinlichkeit des Auftretens von sogenannten "Geruchsabweichlern" weitestgehend reduziert und nahezu ausgeschlossen, erklärte German Genetic.

Ebermast als Alternative

Da die Erblichkeitsgrade der Leitsubstanzen des Ebergeruchs für Androstenon mit 0,6 und für Skatol mit 0,5 auf einem züchterisch hervorragend nutzbaren Niveau lägen, habe sehr effektiv gegen diese Geruchsmerkmale selektiert werden können.
 
Vor allem im Norden und Nordwesten habe die Ebermast wegen des Strukturvorteils und aufgrund des Engagements einzelner Schlachthöfe schnell weiterentwickelt, während sie im Süden noch immer die Ausnahme bildet. Aktuelle Auswertungen zeigten, dass die Mast unkastrierter Tiere gegenüber Kastraten den Vorteil einer besseren Futterverwertung und höherer Muskelfleischanteile im Schlachtkörper habe. Wenn dann die aufnehmende Seite für geschlachtete Eber zusätzlich einen finanziellen Anreiz biete, könne die Ebermast durchaus eine Alternative zum bisherigen System sein, teilt das Unternehmen mit.
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