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Ebermast: Inulin-Fütterung senkt Ebergeruch

© landpixel
von , am
06.02.2015

Durch die Fütterung von Inulin wird der Gehalt anSkatol im Fleisch, das für den Ebergeruch verantwortlich ist, gesenkt. Ein Versuch der LfL zeigt die Vor- und Nachteile der Fütterungsmaßnahme.

Für den typischen Ebergeruch sind die Geschlechtshormone Androstenon sowie Skatol verantwortlich. © landpixel
Ein unerwünschter Nebeneffekt bei der Mast männlicher und nicht kastrierter Schweine ist der sogenannte Ebergeruch im Schlachtkörper. An diesem Geruch sind das Geschlechtshormon Androstenon sowie Skatol, ein Abbauprodukt der Aminosäure Tryptophan im Dickdarm, maßgeblich beteiligt. Anders als Androstenon lässt sich Skatol durch Fütterungsmaßnahmen im Fett des Schlachtkörpers reduzieren. Dies geht aus einem Ebermastversuch der Landesanstalt für Landwirtschaft (LfL) hervor.
 
Insbesondere Inulin, rohe Kartoffelstärke oder blaue Lupinen führen zu deutlich verminderten Ebergeruch aufgrund geringeren Skatolgehalten.
 
Vorsicht ist geboten bei der Verfütterung von Inulin, da dies extrem hygroskopische Eigenschaften hat. Im Versuch wurde Inulin deshalb unter Beigabe eines teuren Fließhilfsmittels flüssig verfüttert. Neben der Eber wurden auch Kastraten und weibliche Tiere aufgestallt und untersucht. Bei den drei Gruppen wurde jeweils die Hälfte mit Inulin, die andere ohne Inulin gefüttert. Der Futterungsversuch begann 6 bis 4 Wochen vor dem errechneten Schlachtterminen. Die Einsatzmenge betrug etwa 3 % der Ration.

Erhöhter Futterverbrauch

Bei der Fütterung von Inulin stieg in allen Versuchsgruppen der Futterverbrauch. © Landesanstalt für Landwirtschaft (LfL)
Unabhängig von der Inulingabe waren die täglichen Zunahmen mit etwa 900 g bei den Kastraten am höchsten. Es folgten die Eber mit knapp 860 g. Schlusslicht bildeten die weiblichen Tiere mit circa 820 g.
 
Durch die Zulage von Inulin erhöhte sich bei allen drei Geschlechtskategorien der Futterverbrauch. Am deutlichsten war dies bei den Kastraten mit 0,3 kg. Im Mittel verzehrten die Eber 2,15 kg, die Kastraten knapp 2,5 kg und die weiblichen Mastschweine 2,13 kg Futter pro Tier und Tag. Mit 2,47 kg Futter pro kg Zuwachs verwerteten die Eber das Futter am besten. Es folgten die weiblichen Tiere mit 2,58 kg und die Kastraten mit 2,85 kg Futter je kg Zuwachs. Weitere Ergebnisse sind in der nebenstehenden Tabelle zu sehen.
 

Inulin: Größter Effekt bei Ebern

Bei den Ebern senkte die Inulin-Fütterung die Skatol-Gehalte im Fleisch am meisten. © Landesanstalt für Landwirtschaft (LfL)
Inulin bewirkte bei allen drei Geschlechtskategorien eine Reduzierung des Skatolgehalts im Rückenspeck . So verminderte sich der Gehalt beim Eber von 105 auf 62 ng und beim Kastraten von knapp 50 auf 22 ng pro kg Fett. Fest steht, dass der Skatolgehalt beim Eber durch die Inulinzulage fast das Niveau der Kastraten erreichte. Bei den weiblichen Tieren ergab sich nur eine sehr geringe Verminderung. Mit etwa 34 ng pro kg Fett war dabei das Ausgangsniveau sehr niedrig.

    Fazit

    • Mit Inulin konnte der Skatolgehalt im Rückenspeck der Eber und Kastraten gensenkt werden. Es ließ sich in der Endmast in Wasser gelöst gut verfüttern. Leider schädigte das verwendete Inulingemisch die Silikondichtungen der Kleinmengendosierer.
    • Die täglichen Zunahmen fielen mit Inulin im Futter nicht ab. Da es aber die Energiekonzentration verdünnt, muss für die gleiche Wachstumsleistung mehr gefressen werden. Der Futteraufwand steigt, die Fütterung verteuert sich dadurch um 0,9 € je Eber.
    • Unabhängig von der Inulingabe hatten die Kastraten den höchsten Futterverzehr, die höchsten Zunahmen und bei stärkerer Verfettung auch den höchsten Futteraufwand und die höchsten Futterkosten.
    • Weibliche Tiere hatten die geringsten Zunahmen und bei gleichem Futterverzehr wie die Eber einen höheren Futteraufwand und höhere Futterkosten. Ihre Fleischleistung war etwas besser als die der Eber.
    • Die Eberfütterung war mit dem geringsten Futteraufwand und den niedrigsten Futterkosten verbunden. Rein unter dem Aspekt der Fütterungseffizienz ist sie der Kastratenmast trotz "Inulinzusatzkosten" vorzuziehen. Raufereien zwischen Ebern sowie der Ebergeruch sind bei dieser Betrachtungsweise jedoch nicht berücksichtigt.
     

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