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Einfuhrkontrollen: EU verschärft Virus-Tests für Schweine aus Nordamerika

von , am
10.06.2014

Brüssel - Die EU verschärft vorübergehend die Importkontrollen für Schweine aus den USA und Kanada. Das haben Vertreter der EU-Staaten in Brüssel beschlossen.

US-Schweinebestand vom Epidemischen Diarrhea Virus (PEDv) bedroht. © Mühlhausen/landpixel
Lebende Schweine aus diesen Ländern sollen auf das Durchfallvirus PED (Porcine Epidemic Diarrhoea) getestet werden. Dies soll die Bestände europäischer Produzenten vor dem Virus schützen. Etwa 900 lebende Schweine waren im vergangenen Jahr aus den USA und Kanada nach Europa eingeführt worden.
 
Das PED-Virus verbreitet sich derzeit in Nordamerika und hat nach Angaben der EU-Kommission insbesondere der amerikanischen Schweineindustrie große Verluste beschert. Bereits im vergangenen Monat hatte sich die EU auf vorübergehende Importbestimmungen von Produkte aus Schweineblut geeinigt.

Moskau stoppt Importe von US-Schweinen

Russland hat die Einfuhr von lebenden Schweinen aus den USA und einigen anderen Ländern seit dem 30. Mai untersagt. Der Grund für den vorläufigen Importstopp sei die Angst vor einer Einschleppung des Durchfallerregers Porcine Epidemic Diarrhea Virus (PEDV), der sich vor allem in Nordamerika, aber auch in Asien ausbreite, teilte der Föderale Aufsichtsdienst für Tier- und Pflanzengesundheit Russlands (Rosselkhoznadzor) mit. Das Einfuhrverbot betrifft Zucht- und Nutzschweine aus den USA, Kanada, Mexiko, Japan, Südkorea und Südafrika. Aus diesen Ländern dürfen zudem Blutprodukte vom Schwein, die für die Herstellung von Futtermitteln importiert werden, nur eingeführt werden, wenn sie vorher auf mindestens 133 °C erhitzt und für 20 Minuten einem Druck von drei bar ausgesetzt wurden.

Erneute Infektion bereitet sorgen

In der EU hat bisher nur Frankreich ähnlich strenge Regeln wie Russland erlassen und ebenfalls die Lebendeinfuhr von Schweinen und Blutprodukten aus betroffenen PEDV-Regionen untersagt. Nach Angaben der American Association of Swine Veterinarians (AASW) gab es in den USA bis zum Stichtag 11. Mai insgesamt 6.804 infizierte Bestände in 30 Bundesstaaten.
 
Zuletzt waren die wöchentlichen Neuinfektionen rückläufig und lagen bei etwa 200 Betrieben; im Februar waren noch etwa 300 Erkrankungen gemeldet worden. Sorgen bereitet den US-Veterinären laut dänischem Dachverband der Agrar- und Ernährungswirtschaft (L&F) jedoch die erneute Infektion eines Schweinebetriebes in Indiana. Dieser war bereits im Mai 2013 vom PEDV betroffen und saniert worden. Im März 2014 wurde nun erneut das Virus im Bestand festgestellt; das war laut L&F der erste offiziell festgestellte Fall einer Wiederansteckung. 
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