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Tiergesundheit

Einsatz von Antibiotika reduzieren: Das plant die Koalition

Sau bekommt Antibiotikaspritze
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Redaktion agrarheute, agrarheute
am
29.09.2016

Die eingesetzte Menge an Antibiotika hat sich in den letzten Jahren stark reduziert. Die Koalition plant, den Einsatz noch stärker zu überwachen und zu kontrollieren.

Der Einsatz von Antibiotika in der Tiermedizin hat sich zwischen 2011 und 2015 mehr als halbiert. Die Koalitionsfraktionen CDU/CSU und SPD wollen den eingeschlagenen Weg weitergehen und planen weitere Maßnahmen gegen die Bildung von Resistenzen gegen Antibiotika zu ergreifen.

In einem gemeinsamen Antrag zur Antibiotikaminimierung in der Human- und Tiermedizin fordern die Fraktionen von der Bundesregierung unter anderem

  • den zielgenauen Einsatz von Antibiotika zu fördern sowie
  • in den Beratungen zur EU-Tierarzneimittelnovelle ein Verbot für den Internethandel von Antibiotika zu erwirken.
  • Darüber hinaus soll im Rahmen der verfügbaren Haushaltsmittel die Deutsche Antibiotika-Resistenzstrategie "DART 2020" weiter umgesetzt werden.

Antibiotikaverbrauch: Überwachung soll ausgebaut werden

  • In diesem Sinne sollen zudem die Überwachungssysteme zum Antibiotikaverbrauch sowie zur -abgabe und zu Antibiotika-Resistenzen in der Human- wie auch der Tiermedizin gestärkt und ausgebaut werden.
  • Auch die Aufklärungsbemühungen sollen intensiviert werden, indem die Bevölkerung für das Thema weiter sensibilisiert werden müsse.
  • In der Humanmedizin sollen die Förderungsmöglichkeiten nach dem Krankenhausstrukturgesetz möglichst ausgeweitet werden. Im Fokus steht unter anderem die Stärkung der Weiterbildung im Bereich Krankenhaushygiene, Mikrobiologie und Infektiologie und die Beschäftigung entsprechenden Personals von den Krankenhäusern.

'One-Health'-Ansatz soll einheitlichen Rechtsrahmen schaffen

  • In der Veterinärmedizin soll im Sinne des sogenannten 'One-Health'-Ansatzes ein einheitlicher Rechtsrahmen für ein umfassendes Hygiene-, Gesundheits- und Haltungsmanagement in der Tierhaltung entwickelt werden.
  • Des Weiteren wollen die Koalitionsfraktionen erreichen, dass Antibiotika mit besonderer Bedeutung für Menschen (Reserveantibiotika) im Rahmen der Umwidmung für den Gebrauch bei Tieren nur in begründeten Ausnahmefällen eingesetzt werden und grundsätzlich vorab Antibiogramme erstellt werden.
  • Für die Zukunft soll die Einrichtung eines ständigen veterinär- und humanmedizinischen Fachgremiums geprüft werden, das regelmäßig die Resistenzlage der Antibiotika evaluiert, bewertet und eine Empfehlung zum Einsatz von Antibiotika abgeben soll.
  • Ökonomische Fehlanreize bei Tierarzneimitteln sollen abgeschafft werden, indem bei Beibehaltung des Dispensierrechts für Veterinäre die Rabattgewährung seitens der Hersteller von antimikrobiell wirksamen Mitteln auf den Prüfstand gestellt wird.
  • Auch die Preisgestaltung für antimikrobiell wirksame Mittel soll in diesem Zuge überarbeitet werden, um bestehende Fehlanreize zu beseitigen.

Quelle: Deutscher Bundestag

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