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Ratgeber Schwein

Entscheidungshilfe: Ist das Schwein transportfähig oder nicht?

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Katharina Krenn, agrarheute
am
29.03.2016

Laut Gesetz dürfen Tiere nur transportiert werden, wenn gewährleistet ist, dass sie keine unnötigen Verletzungen oder Schmerzen erleiden. Dieser Leitfaden kann helfen zu entscheiden, ob ein Tier transportfähig ist.

Niemand darf eine Tierbeförderung durchführen oder veranlassen, wenn den Tieren dabei Verletzungen oder unnötige Leiden zugefügt werden könnten, heißt es in der EG-Verordnung. Ein Tierhalter hat dafür laut Gesetz Sorge zu tragen. Doch nicht immer ist die Entscheidung, ob ein Tier transportfähig ist oder nicht, leicht. Ein Leitfaden gibt Hilfestellung.

Diese Tiere sind transportunfähig

  1. Gehunfähige Tiere: Ein Tier, dass nicht alle vier Beine belastet
  2. Tiere mit Kreislaufschwäche: Erschwerte Atmung, hohe Atemfrequenz, bläuliche Farbe der Haut oder Schnauze, Hundähnliche Sitzposition
  3. Organvorfälle: Enddarm, Scheide oder Gebärmutter sind vorgefallen
  4. Anhaltende Blutungen
  5. Hochträchtige und frisch abgeferkelte Tiere

Nabel- oder Leistenbruch

Ein Schwein mit einem schwerwiegenden Bruch darf nicht transportiert werden. Wenn Schweine Anzeichen eines schwerwiegenden Bruchs zeigen, bedeutet dies für diese Tiere mit einer hoher Wahrscheinlichkeit, während des Transports zu verenden. Ein Bruch wird als schwerwiegend bezeichnet, wenn die Bruchstelle größer als 15 bis 20 cm ist und Wunden aufweist.

Schwanzbeißen

Bei Läsionen und Wunden ohne Schwellung sollte das Schwein vereinzelt transportiert werden. Zudem sollte das betroffene Tier farbig markiert sein. Auf dem Lebensmittelbegleitschein sollte ein gesonderter Vermerk sein. Der Transport soll keine unnötigen Schmerzen oder Leiden verursachen. Das Tier soll zuletzt verladen werden.

Nicht transportfähig ist das Tier bei Anzeichen einer Infektion oder Schwellung sowie bei Teil- oder Totalverlust des Schwanzes mit möglicher Nekrose.

Schwellungen

Schweine mit mehreren Abszessen und/oder Verformungen und/oder Arthritis können unter Umständen transportiert werden, wenn nicht das Allgemeinbefinden des Tieres betroffen ist. Denn dann besteht ein großes gesundheitliches Problem. Dann sollte das Tier eine tierärztliche Behandlung erfahren.

Hautveränderungen

Bei Hautveränderungen mit Verschlimmerungsrisiko und großen Blutungen, darf ein Tier nicht transportiert werden. Bei Läsionen ohne Risiko für schwere Blutungen und stabilen Befinden ist das Tier jedoch transportfähig. Wundrosen (Erysipelas) sind dagegen ein großes Gesundheitsproblem. Das Tier ist aus hygienischen Gründen nicht transportfähig.

Wunden

Wunden können auf dem Transport zu Schmerzen und Blutverlust führen und der Zustand des Tieres kann sich verschlimmern. Bei der Entscheidung ist Folgendes zu beachten:

  • Ob die Wunde groß und/oder schwerwiegend ist
  • Ob es sich um multiple Wunden handelt
  • Ob die Wunde abgeheilt ist oder nicht

Durchfall

Durchfall kann Anzeichen eines isolierten Vorgangs sein oder Teil einer Allgemeinerkrankung. Zu beachten sind:

  • Das Allgemeinbefinden des Tieres.
  • Das Risiko, dass das Tier auf dem Transport austrocknet
  • Das Risiko einer Übertragung von Infektionskrankheiten.

Verliert das Tier viel Flüssigkeit und zeigt ein verschlechtertes Allgemeinbefinden, dann darf es nicht transportiert werden.

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