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Schwein

Erstmals Dioxin im Schweinefleisch aufgetaucht

von , am
11.01.2011

Verden - Das Land Niedersachsen hat heute erstmals mit Dioxin belastetes Schweinefleisch gefunden. Der betroffene Betrieb liegt im Landkreis Verden, so die Auskunft des Landwirtschaftsministerium in Niedersachsen.

Schweine reagieren besonders empfindlich auf zu hohe Mykotoxinwerte im Futter. © Mühlhausen/landpixel

Er gehörte zu den Kunden des Futtermittel-Herstellers Harles und Jentzsch aus Schleswig-Holstein. Allerdings werde das Ministerium keine Keulung vorschreiben, so eine Sprecherin es. Der Landwirt müsse nur sicherstellen, dass das Fleisch nicht in den Lebensmittelkreislauf gelange.

Im Klartext heitß das: Allen Schweinen des Betriebes droht die Keulung. In einem zweiten Mastbetrieb sei eine Belastung im Bereich des Grenzwertes ermittelt worden.

330 Betriebe noch gesperrt

Insgesamt sind derzeit in Niedersachsen von den ursprünglichen 4.400 Betrieben noch 330 gesperrt, darunter sind rund 100 Schweinehalter. Die Betriebe bleiben gesperrt, bis durch Untersuchungen der dort produzierten Lebensmittel deren Dioxingehalt ermittelt worden ist. Liegen die Gehalte über dem Höchstwert, müssen die Lebensmittel unschädlich beseitigt werden. Dies erfolgt in dafür geeigneten Verbrennungsanlagen, teilt das Ministerium mit.

Schweinemarkt völlig verunsichert

Der Dioxin-Fund im Schweinefleisch kann den Markt nun völlig durcheinander bringen. Bereits heute vormittag hatte die ISN ihre morgige Internet-Auktion für Schweine abgesagt, da die Marktteilnehmer zu verunsichert über den weiteren Marktverlauf seien. Derzeit habe sich wegen der geringeren Nachfrage ein Überhang an Schweinen aufgebaut. Dieser könnte sich nun vergrößern, wenn der in- und ausländische Absatz weiter schwinden sollte. In Kürze wollte zum Beispiel Südkorea sein Importverbot für deutsches Schweinefleisch aufheben. (jo/dlz agrarmagazin)

 

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