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Aus der Wirtschaft

EU-Schweinefleisch: Russland bringt Übergangslösung ins Spiel

von , am
11.02.2014

Moskau - Russland räumt ein, dass das ASP-Risiko nicht in allen EU-Staaten gleich und deshalb grundsätzlich eine Regionalisierung der Importe von Schweinefleisch aus der EU möglich sei.

Sinkendes Angebot, niedrige Preise: das sollte den Absatz ankurbeln. © contrastwerkstatt/fotolia.de
Der Föderale Aufsichtsdienst für Tier- und Pflanzengesundheit Russlands (Rosselkhoznadzor) hat nun Bedingungen gestellt, unter denen die Importe von Schweinefleisch aus der Europäischen Union fortgesetzt werden können. In einem Schreiben an den stellvertretenden Leiter der Generaldirektion Gesundheit und Verbraucherschutz der EU-Kommission, Ladislav Miko, wurde Ende letzter Woche als Übergangslösung eine verpflichtende thermische Behandlung von Schweinefleisch und -produkten vor der Lieferung vorgeschlagen, teilte der Behördenpressedienst mit.
 
Außerdem müsse ein Amtstierarzt des jeweiligen EU-Staates die Anwendung des von russischer Seite akzeptierten Erhitzungsverfahrens extra bestätigen.

ASP-Risiko unterschiedlich

Die Ausnahmeregelung sollte bis zur vorgesehenen Regionalisierung von Schweinefleischlieferungen aus der EU gelten. Wie Rosselkhoznadzor-Chef Sergej Dankwert vergangene Woche bei einer Beratung mit Vertretern der inländischen Verarbeitungsindustrie und Importeuren erklärt hatte, sei das ASP-Risiko in verschiedenen EU-Ländern zweifelsohne unterschiedlich.
 
Allerdings fehlten laut Dankwert in der EU Kontrollen zwischen den einzelnen Mitgliedsländern, wenn Waren, die der Veterinäraufsicht unterliegen, verschickt werden. Unter diesen Umständen dürfe nun seine Behörde EU-Zertifikate - die unter anderem die ASP-Freiheit von Ursprungsgebieten bestätigen - nicht mehr anerkennen.
 
Rosselkhoznadzor sei aber bereit, die Risiken zu differenzieren und die Schweinefleischlieferungen aus der Gemeinschaft zu regionalisieren. Grundlage dafür sollten die in Brüssel angeforderten detaillierten Informationen werden. Auch bei zügiger Bereitstellung wären für die Regionalisierung der Lieferungen nach Dankwerts Worten allerdings mindestens zwei Monate erforderlich.
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