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EU-Schweinemarkt: Angebot lässt Erzeugerpreise sinken

von , am
24.10.2012

Berlin/Wien - Der europäische Schlachtschweinemarkt zeigt diese Woche großteils schwächelnde Notierungen.

© Mühlhausen/landpixel
Das höhere Angebot an schlachtreifen Schweinen trifft auf eine eher lustlose Fleischnachfrage. Der sogenannte "Dominoeffekt" lässt die Erzeugerpreise in den meisten Ländern spürbar sinken. Besonders deutlich fallen die Preisrückgänge in Frankreich und Belgien mit minus 5,7 Cent und 6,1 Cent je kg aus. In Deutschland (- 5 Cent) zwangen die Großabnehmer mit Hauspreisandrohungen die Erzeugergemeinschaften zur Preisrücknahme.
 
Aber auch die Niederlande, Belgien und Österreich verzeichnen Preisrücknahmen. Nur Dänemark kann das Vorwochenniveau halten. Auch in Österreich kam etwas Sand ins Marktgetriebe. Leichte Überhänge von Schlachtschweinen müssen daher in die neue Woche mitgenommen werden. Aktuell wird auch bei Industriefleisch der gewisse "Zug" beim Absatz vermisst. Dies dürfte im Zusammenhang mit den zwei Feiertageswochen stehen, vor denen erfahrungsgemäß die Fleischindustrie ihre Pufferlager leer geräumt sehen will.

Unklar ist, ob die angekündigten Mengenkürzungen tatsächlich kommen

In Deutschland gestaltet sich die Marktsituation zu Beginn der neuen Schlachtwoche unsicher. "Das Angebot lebender Schweine ist auf der einen Seite vollständig zu platzieren. Auf der anderen Seite hält der Druck der abnehmenden Seite an, so dass die Marktteilnehmer einen weiteren Preisrückgang nicht ausschließen können", berichtet die Interessengemeinschaft der Schweinehalter Deutschlands (ISN). Unklar sei derzeit noch, "ob die Reduzierung der Schlachtungen einzelner großer Unternehmen tatsächlich in dem Maß stattfindet, wie angedroht". Bereits vergangene Woche hatten maßgebliche deutsche Schlachtunternehmen Druck ausgeübt und Mengenkürzungen in Aussicht gestellt.

Steigendes Angebot, kann Preisdruck schwer standhalten

Vor dem Hintergrund des Jahreshöchstangebotes an der Schweinebörse musste demnach auch in Österreich die Abnehmerforderung von minus 5 Cent akzeptiert werden. Der Mastschweine-Notierungspreis sinkt diese Woche somit auf 1,81 Euro (Berechnungsbasis: 1,71 Euro je Kilo Schlachtgewicht). "Nachdem nun die Fleischindustrie längst erforderliche Preiserhöhungen für Fleisch- und Wurstwaren bei den Handelsketten realisieren konnte, hat der hohe Schweinepreis seinen Wert als wichtiges Verhandlungsargument verloren. Daher wendet sich der Preisdruck des Fleischsektors in Richtung Landwirtschaft, die es bei dem derzeit steigenden Angebot schwer hat, dem Druck standzuhalten", kommentiert Johann Schlederer von der Schweinebörse die Markttendenz.
 
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