Login
Aus der Wirtschaft

EU-Schweinemarkt: Kleinere Produktion und weniger Export

© agrar-press
von , am
15.10.2012

In der Europäischen Union geht die Schweinproduktion stärker zurück, als bisher erwartet. Betroffen sind fast alle wichtigen Erzeugerländer. Auch für 2013 wird ein erheblicher Rückgang erwartet.

© Mühlhausen/landpixel
Die Schweineproduktion wird in der europäischen Union in diesem und vor allem im nächsten Jahr zurückgehen. Nach den Anfang Oktober aktualisierten Daten der EU-Kommission, ist der Produktionsrückgang stärker als bislang erwartet. Betroffen sind fast alle wichtigen Erzeugerländer. Diese Entwicklung dürfte auch die Erzeugerpreise stützen, den der Export wird nach Einschätzung der Kommission ebenfalls zurückgehen.

Produktion nach unten korrigiert

In der Anfang Oktober aktualisierten Produktionsschätzung geht die EU-Kommission für das laufende Jahr von einer Schweineschlachtung von insgesamt 253,87 (Millionen) Mio. Tieren aus. In der letzten Prognose hatte man noch eine Schlachtung von 254,75 Mio. Tieren erwartet. Insgesamt liegt man für 2012 jetzt  minus 0,4 Prozent (%) oder knapp eine Million Schweine unter der Schlachtmenge des Vorjahres. Erheblich stärker geht die Produktion jedoch im ersten Quartal 2013 sowie im Gesamtjahr 2013 zurück.

Deutsche Produktion seit zwei Jahren rückläufig

Entwicklung der Schweinepreise in der Europäischen Union.
Im ersten Quartal 2013 rechnet die EU-Kommission mit einem Rückgang der europäischen Produktion von etwa  minus 1,7 %. Daran sind die meisten großen Erzeugerländer beteiligt.
So soll die Schweineproduktion in Deutschland im ersten Quartal 2013 um minus ein Prozent zurückgehen und im Gesamtjahr 2013 sogar um minus 1,9 %. Bereits im laufenden Jahr verringerte sich die deutsche Erzeugung um minus 1,1 %.
 
Mit einer erwarteten Produktion von 46,26 Mio. Schweinen (2013), könnte die Zahl der in Deutschland erzeugten Tiere sogar hinter das Ergebnis von 2010 zurückfallen, nachdem bereits 2012 ein Rückgang der Produktion auf 47,16 Mio. Schweine ( minus 1,1 %) erfolgte.
 
Allerdings ist die Anzahl der in Deutschland geschlachteten Schweine mit  minus 0,2 % weitaus weniger geschrumpft als die Produktion, denn aus unseren Nachbarländern kamen 2012 rund ein Viertel der 59 Mio. in Deutschland geschlachteten Schweine.

Sehr kräftiger Rückgang 2013

Dr. Olaf Zinke/Marktanalyst dlv
Auch in anderen EU-Ländern sorgen der massive Kostendruck vor allem bei Futtermitteln sowie die Auflagen für die Gruppenhaltung bei Sauen für einen weiteren Produktionsrückgang.
So schrumpft die Produktion nach derzeit vorliegenden Schätzungen im ersten Quartal in Frankreich um  minus 5,3 %, in Italien um minus ein Prozent in den Niederlanden um  minus 1,2 %, in Ungarn um  minus 6,6 %, in Polen um  minus 3,9 % und in Rumänien sogar um minus 6,1 %.
 
Eine stabile Produktion erwartet die Kommission im ersten Quartal 2013 in Dänemark. In Irland, Spanien und dem Vereinigten Königreich geht man sogar von einem Produktionszuwachs aus. Für das gesamte Jahr erwartet die EU-Kommission einen Produktionsrückgang von  minus 3,1 %. Im Juni hatte man lediglich mit einem Rückgang von minus zwei Prozent gerechnet.

Exporte ebenfalls kleiner

In ihrer Prognose geht die Kommission allerdings auch von einem Rückgang der Exporte im Jahr 2013 von etwa minus 15 % aus. Im Juni hatte am lediglich mit mius elf Prozent Rückgang bei den Ausfuhren gerechnet. Dieser stärkere Exportrückgang dürfte für die weitere Preisentwicklung vor allem in den exportorientierten Ländern nicht unproblematisch sein. Allerdings könnte der kräftige Produktionsrückgang die schwächeren Ausfuhren fast kompensieren. Bezogen auf das Schlachtgewicht schrumpft die Erzeugung bei einem Rückgang von  minus 3,1 % um etwa 300.000 t und ein Exportrückgang von minus 15 % ist nach den Berechnungen der Kommission mit einer kleineren Ausfuhrmenge von etwa 330.000 t gleichzusetzen.
Am Terminmarkt rechnet man vor diesem Hintergrund in den letzten Monaten des Jahres zwar mit dem saisonal üblichen Preisrückgang. Im Verlauf des nächsten Jahres könnten die Preise jedoch beinahe wieder das jetzige Niveau erreichen. Für Mai bis Juli 2013 kostet die Kontrakte an der EUREX derzeit 1,82 Euro/t.
Auch interessant