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Aus der Wirtschaft

EU-Schweinemarkt zeigt sich instabil

© agrarpress.de
von , am
29.10.2013

Der europäische Schlachtschweinemarkt präsentiert sich derzeit instabiler als zuletzt. Die preisliche Abwärtsentwicklung ging vom deutschen Markt aus.

Auch 2015 bleiben die Schweinepreise aufgrund des hohen Angebots unter Druck. © Mühlhausen/landpixel
Wegen angeblich zunehmender Spannenverluste im Fleischgeschäft haben deutsche Großvermarkter gegen Ende der Vorwoche Forderungen nach Preisrücknahmen verbreitet und niedrigere Hauspreise angedroht. Trotz des nicht gerade drückenden Angebots mussten die Erzeugergemeinschaften mit einem Minus von fünf Cent klein beigeben, wobei die Abnehmer auch den fehlenden Schlachttag zu Allerheiligen als Druckmittel in die Waagschale warfen.
In Frankreich konnte sich diesmal die Notierung auf dem zuletzt stark gefallenen Niveau halten. Die Besorgnis unter den dortigen Schweinebauern ist wegen des wirtschaftlichen Niederganges des noch vor wenigen Jahren größten Schlachtunternehmens GAD dennoch groß. Abermals wird die Schließung eines französischen Schlachtbetriebes mit dem Lohndumping deutscher Verarbeitungsunternehmen in Verbindung gebracht. Positivere Nachrichten kommen aus Spanien, wo sich etwa ein Dutzend Exportbetriebe wieder Hoffnungen auf Lieferungen Richtung Russland machen darf.
 
Mit in den Sog nach unten gerieten nach Angaben der Interessengemeinschaft der Schweinehalter Deutschland e. V. (ISN) auch die Notierungen in den Niederlanden, Belgien und Österreich. In Österreich waren Schlachtschweine nach Angaben des Verbands landwirtschaftlicher Veredelungsproduzenten OÖ (VLV) vergriffen, bis der deutsche Nachbar durch Billigofferten Unruhe in den Markt brachte und die Notierung um korrigierte 5,1 Cent nachgab.

Tendenz unsicher

Frankreich rangiert bedingt nach dem Notierungsrückgang in Deutschland mit korrigierten 1,651 Euro eine Nasenspitze vor Deutschland auf Rang 2 im europäischen Preisgefüge der fünf größten Schweine haltenden Mitgliedsländer in der EU. Die Niederlande bleiben Schlusslicht. Anhaltend stabil ist die Marktsituation in Großbritannien.
Nach Angaben der ISN hält die Unruhe am Schlachtschweinemarkt nach dem Notierungsrückgang am Freitag an. Bis Wochenmitte seien ausreichend Stückzahlen an schlachtreifen Schweinen vorhanden. Zu Beginn der nächsten Schlachtwoche rechnen Vermarkter wieder mit normalen Anmeldezahlen in den Auftragsbüchern. Die weitere Preisentwicklung sei unsicher.
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