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Aus der Wirtschaft

EU-Schweinepreise erreichen Zehnjahreshoch

© Mühlhausen/landpixel
von , am
29.08.2012

Das knappe Schlachtschweineangebot in der Grillsaison zeigt weiter Wirkung: Die Preise am EU-Schweinemarkt sind weiter gestiegen und liegen nun auf dem höchsten Stand seit zehn Jahren.

© Vladimir Mucibabic/fotolia.de
Aus nahezu allen Ländern wird von einem knappen Angebot bei einer lebhaften Nachfrage berichtet. Den größten Preissprung mit plus 7 Cent machten Deutschland, die Niederlande und Österreich. Aus Österreich wird berichtet, dass der Schweinemarkt wegen geringer Stückzahlen leer gefegt sei. In den Niederlanden hatte man daher auch keine andere Möglichkeit, als den Preisanstieg in Deutschland mitzugehen, wenn nicht alle Schweine den Weg in das östliche Nachbarland finden sollen.
 
In Frankreich stiegen die Preise um umgerechnet 6 Cent im Vergleich zur Vorwoche und auch in Spanien und Italien ist die Situation vergleichbar. Das Angebot bleibt, auch wegen der hohen Temperaturen und der damit verbundenen geringen Tageszunahmen, hinter der Nachfrage zurück.

Dänemark: Geringe Preissteigerungen

In Dänemark konnten die Preise um umgerechnet plus 4 Cent anziehen. Dennoch ist der Rückstand zu Deutschland auf satte 10 Cent angestiegen. Während Dänemark vor einigen Wochen noch deutlich vor Deutschland lag, hält das Land sich nun mit den Preissteigerungen zurück. "Es bleibt zu hoffen, dass sich die Zurückhaltung nicht zu einer Gefahr für das hohe Preisniveau in den übrigen Ländern entwickelt.", so die Interessensgemeinschaft der Schweinehalter Deutschlands (ISN). Dänemark ist nach Deutschland der zweitgrößte Exporteur von Schweinefleisch in der EU.

Prognose: Preise bleiben stabil

Die gute Nachfrage der Schlachtunternehmen bleibe auch zu Beginn der neuen Woche ungebrochen, so die Prognose der ISN. Der Export von lebenden Schweinen nach Polen laufe hingegen nicht mehr ganz so flott wie zuvor. Nach dem rasanten Preisanstieg in Deutschland müsse jetzt erst das polnische Preisniveau etwas nachziehen. Da derzeit keine Zunahme der Angebotsmengen an schlachtreifen Schweinen in Sicht seien, dürften auch für die kommende Schlachtwoche mindestens stabile Preise die Folge sein.
 
Das Schlachtunternehmen Tönnies regierte auf die Preissteigerungen mit einer Änderung der Abrechnungsmodalitäten, um die Auslastung zu steigern, vermutet ISN. Lieferanten haben nun auch am Standort Rheda-Wiedenbrück wieder die Wahl, die Schweine nach FOM oder nach Auto-FOM abzurechnen.
 
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